Aus der Praxis:

Aus der Praxis

November 2016 / Abmeldung eines Dienstnehmers, Immer wieder Arbeitszeitaufzeichnungen, Tätigkeitsnachweis

Abmeldung eines Dienstnehmers
Ein seit längerer Zeit sich im Krankenstand befindlicher Dienstnehmer sollte abgemeldet werden. Aus der ursprünglich geplanten Kündigung durch den Dienstgeber wurde schließlich nach einigen Telefonaten eine einvernehmliche Lösung.
Zwar kostet dies Auflösungsabgabe, aber schützt den Dienstgeber auch vor unangenehmen Fragen (im Falle einer Kündigung durch den Dienstnehmer).

Immer wieder Arbeitszeitaufzeichnungen:
Die Krankenkasse vergleicht die Arbeitszeitaufzeichnungen mit den in den Ausgangsrechnungen verrechneten Stunden. Spielräume ergeben sich durch die Mitarbeit des (Einzel-)Unternehmers und pauschal abgerechnete Leistungen.

Tätigkeitsnachweis
Wenn man sein neu gegründetes Unternehmen (Gesellschaft) ordnungsgemäß mit Fragebogen und allfälligen zusätzlichen Unterlagen beim Finanzamt anmeldet - nicht zuletzt um zu einer Steuer- und vielleicht dringend benötigten UID-Nummer (=Rechnungsbestandteil) - zu kommen, kommt es des Öfteren trotzdem zu Verzögerungen.
Einerseits kann es quasi zur ersten "Nachschau" kommen, d.h. das Finanzamt stattet dem Neu-Unternehmer einen - meist wirklich sehr freundlichen - Besuch ab, um sich selbst ein Bild zu machen (und den einen oder anderen Ratschlag zu erteilen).
Andererseits verlangt das Finanzamt immer öfters einen Tätigkeitsnachweis (um zu sehen, ob man wirklich aktiv ist). Dazu eignen sich bereits abgeschlossene Verträge, aber auch Bestellungen, die Homepage, Werbeaktivitäten, etc. Notfalls muss das Finanzamt überzeugt werden.

Unternehmer-Colleg: EORI

März 2016 / Die EORI-Nummer (Economic Operators Registration and Indentification) ersetzt in der gesamten EU die bisherige Zollnummer.

Sie dient der Indentifizierung von Wirtschaftsbeteiligten, soll die automatische Zollabfertigung erleichtern und ist für gewerbliche Versender Voraussetzung für die Zollabwicklung in der EU.

Die Zuweisung erfolgt durch den Zoll, und sie kann neben dem zweistelligen Länderkennzeichen aus bis zu 15 Zeichen bestehen. Jedes Unternehmen darf nur über eine einzige EORI-Nummer verfügen.

Unternehmer-Colleg: Sachbezug

Dezember 2015 / Darunter versteht man geldwerte Vorteile, die Arbeitnehmern neben ihrem Lohn/Gehalt gewährt werden, z.B. die Nutzung eines Firmen-Kfz für private Zwecke, Gratisparkplatz in parkraumbewirtschafteten Zonen, Zinsersparnisse bei Darlehen oder Vorschüssen, "zu hohe" Mitarbeiterrabatte, freie oder verbilligte Station/Verpflegung, etc.

Diese sind grundsätzlich mit den "üblichen Mittelpreisen des Verbraucherortes" anzusetzen, in der Praxis sind allerdings weitgehend durch Verordnung festgesetzte Pauschalwerte vorgeschrieben.

Die Sachbezüge sind in aller Regel steuer- und sozialversicherungspflichtig, durch die oft niedrigen Pauschalwerte stellen sie oft tatsächlich einen Vorteil dar. Sachbezüge dürfen nicht auf die kollektivvertraglichen Mindestbezüge angerechnet werden, sind aber bei Berechnung des Existenzminimums zu berücksichtigen.

Tipp 1: Sonderzahlungen bleiben von Sachbezügen unberührt. Durch die sich daraus ergebende Erhöhung des Jahressechstels ergeben sich aber interessante Gestaltungsspielräume.

Tipp 2: Freie oder verbilligte Mahlzeiten von Arbeitnehmern im Gast-, Schank- und Beherbergungsgewerbe sind steuer- und sozialversicherungsfrei, ebenso einfache arbeitsplatznahe Unterkünfte, sofern an diesen nicht der Mittelpunkt der Lebensinteressen begründet wird (z.B. Saisonarbeiter).

Unternehmer-Colleg: Freibetrag, Freigrenze und Absetzbetrag

Juni 2015

Ein Freibetrag (z.B. Kinderfreibetrag) vermindert die Bemessungsgrundlage, wirkt sich also nur in Höhe des jeweiligen Grenzsteuersatzes steuermindernd aus.


Ein Absetzbetrag (z.B. Unterhaltsabsetzbetrag) mindert unmittelbar die Steuer(-Belastung).


Dadurch kann es auch zu Steuergutschriften kommen. Fällt gar keine Steuer an, kommt es aber trotzdem zu einer Gutschrift, handelt es sich um die oft diskutierte und systemwidrig bezeichnete Negativsteuer. Diese soll künftig richtig "Erstattung von Sozialversicherungsbeiträgen" heißen.


Von einer Freigrenze (z.B. Spekulationseinkünfte € 440,-) spricht man, wenn Beträge innerhalb dieser unbeachtlich bleiben, sich bei Überschreiten derselben aber in voller Höhe auswirken.

Unternehmer-Colleg
Lohnverrechnung am Jahresende

März 2015 / Derzeit herrscht in den Lohnverrechnungsabteilungen Hochbetrieb; auch die Lohnverrechnung muss abgeschlossen werden. Im Einzelnen ist folgendes zu erledigen:

  • Die Lohnkonten und sonstigen Aufzeichnungen müssen durchgesehen, mit der Buchhaltung abgestimmt und einer Endkontrolle unterzogen werden. Danach erfolgt gegebenenfalls der Ausdruck derselben und die Ablage.
  • Die kombinierten Beitragsnachweise und Lohnzettel sind bis Ende Februar an die jeweilige Gebietskrankenkasse elektronisch zu übermitteln.
  • Für die freien Dienstnehmer sind die Meldungen gem. § 109a EStG (ähnlich den Lohnzetteln) an das jeweilige Finanzamt elektronisch zu übermitteln, ebenfalls bis Ende Februar.
  • Die Meldungen hinsichtlich der Schwerarbeiter sind ebenfalls bis Ende Februar an die Gebietskrankenkasse zu erledigen.
  • Die Kommunalsteuererklärung ist bis 31. März an das Finanzamt zu übermitteln.
  • In Wien ist zusätzlich noch ebenfalls bis 31. März die Erklärung zur Dienstgeberabgabe ("U-Bahn-Steuer") elektronisch an das Magistrat zu übermitteln.

Unternehmer-Colleg: "Werte" in der Steuer

Dezember 2014 / Werte und Wertbegriffe findet man in den verschiedenen Steuergesetzen sehr viele. Gemeinsam ist ihnen, dass sie mit Ausnahme des "Anschaffungswertes" und u.U. den fiktiven Anschaffungskosten nichts mit dem (einem bestimmten) Preis
zu haben.

Werte und Wertbegriffe findet man in den verschiedenen Steuergesetzen sehr viele. Gemeinsam ist ihnen, dass sie mit Ausnahme des "Anschaffungswertes" und u.U. den fiktiven Anschaffungskosten nichts mit dem (einem bestimmten) Preis
zu haben.
Schon der "Verkehrswert", oft gleichzusetzen mit dem "gemeinen Wert", hat mit einem (bezahlten, zu bezahlenden) Preis nur bedingt zu tun. Entnahmen z.B. sind mit dem "Teilwert" (= jener Betrag, der bei Erwerb eines Ganzen für den entsprechenden Teil anzusetzen ist) zu bewerten, im Zusammenhang mit Grundstücken gibt es nunmehr auch einen "Entnahmewert". Der "Buchwert" ist jener Wert, mit dem Wirtschaftsgüter in den Büchern (Anlagenverzeichnis) stehen. Dann gibt es den "Einheitswert", dieser wird vom Finanzamt festgesetzt, beträgt nur einen Bruchteil des tatsächlichen Wertes und spielt vor allem in der Land- und Forstwirtschaft und als Bemessungsgrundlage (insbesondere bei Liegenschaften) für andere Steuern (Grunderwerbsteuer!) eine Rolle.
Der "Unternehmenswert" wird nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen ermittelt, wobei zwischen "objektivem", "subjektivem" und "objektiviertem Wert" zu unterscheiden ist. Das Unternehmensgesetzbuch spricht u.a. von "beizulegendem Wert", vom "Zerschlagungswert" oder vom "Liquidationswert". In der Betriebswirtschaft kommen u. a. noch die Begriffe "Ertrags- bzw. Substanzwert", "Barwert", "Kapitalwert" und "Mittelwert" vor.
Wir sehen, es gibt nichts was relativer wäre, als der "Wert"!

Unternehmer-Colleg: DB, BEP & Mindestumsatz

September 2014 / Deckungsbeitrag, break-even-point (Gewinnschwelle) und Mindestumsatz



Diese Begriffe stammen aus der Kostenrechnung. Deckungsbeitrag ist jener Betrag, der nach Abzug der variablen Kosten von den Erlösen zur Deckung der Fixkosten verbleibt. Der break-even-point ist erreicht, wenn der Deckungsbeitrag die Fixkosten deckt, das Unternehmen also ein Betriebsergebnis von Null erzielt.

Die Summe aus variablen und Fixkosten ergibt somit den Mindestumsatz:

Erlöse
- variable Kosten
= Deckungsbeitrag
- fixe Kosten
= Betriebsergebnis

Unternehmer-Colleg
Durchschnitts- versus Grenzsteuersatz, Progression

Juni 2014 / Das Einkommensteuergesetz kennt verschiedene - mit dem Einkommen steigende - Steuersätze (=Progression). Jedoch ist vorgesehen, dass die jeweils höheren Steuersätze nur für die über die jeweiligen Stufen liegenden Einkommen gelten.



Derzeit liegen die Steuersätze zwischen 0% (bis zu einem Einkommen von EUR 11.000,-) und 50% (ab einem Einkommen von EUR 60.000,-).

Aus der sich ergebenden Steuerlast kann in Bezug auf das zugrunde liegende Einkommen der Durchschnittssteuersatz ermittelt werden. Hingegen ist der Grenzsteuersatz jener Steuersatz, der auf ein zusätzliches Einkommen anzuwenden ist.

Ein Beispiel soll dies verdeutlichen:
Bei einem Einkommen von 60.000,- ergibt sich eine Steuerbelastung von 20.235 (= 33,73% Durchschnittssteuersatz).
2.000,- Euro zusätzliches Einkommen sind mit 1.000,- Euro (= 50% Grenzsteuersatz) zu besteuern.
Der Durchschnittssteuersatz erhöht sich auf 34,25%.

Aufgrund der unteren Steuersätze kann die Durchschnittsbelastung natürlich nie die 50% erreichen.

Ein systemwidriges Kuriosum ist die sogenannte Negativsteuer: Bei besonders niedrigen Einkommen werden u.U. Sozialversicherungsbeiträge (in geringem Ausmaß) vergütet.

Unternehmercolleg

März 2014 / > Vermögensdeckungsrechnung (Geldrechnung)

> Mehr-Weniger-Rechnung

  • Vermögensdeckungsrechnung (Geldrechnung)
  • Mehr-Weniger-Rechnung

Wahrscheinlich gibt es hierfür noch mehr Begriffe. Jedenfalls handelt es sich um eine sehr wichtige interne Kontrollrechnung, die Sie auch unterjährig anstellen sollten; wir stellen sie jedenfalls im Zuge des Jahresabschlusses auf. Es geht darum, ob der Überschuss (bei EAR) bzw. die Privatentnahmen (bei Bilanzierung) zusammen mit anderen Einkünften (auch des Ehepartners) ausreichen, um die Lebenshaltungskosten zu decken.
Die Finanz stellt diese Überlegungen jedenfalls bei Prüfungen an, und wenn es sich nicht ausgeht, gibt es akuten Erklärungsbedarf! Bei bilanzierenden Unternehmen wird die Prüfung auch finanzamtsintern aufgrund der in der Einkommensteuererklärung anzugebenden Kennzahl vorgenommen - und war auch schon Grund eine Prüfung anzusetzen! Also Vorsicht!

Mehr-Weniger-Rechnung
Dies ist die Ableitung des steuerrechtlichen Gewinnes aus dem Bilanzgewinn nach Unternehmensrecht (bei rechnungslegungspflichtigen Unternehmen). Beispiel: PKW wird üblicherweise unternehmensrechtlich auf fünf Jahre, steuerrechtlich aber mindestens auf acht Jahre abgeschrieben. Weitere Beispiele sind die Kosten über der Luxustangente oder Strafen, die steuerrechtlich gar nicht abgesetzt werden können, oder Bewirtungen (nur teilweise abzugsfähig), die aber unternehmensrechtlich Abzugsposten darstellen.
Leider wird diese Lücke immer größer!

Unternehmer-Colleg
Der Jahresabschluss

Dezember 2013 / Der Jahresabschluss ist nicht nur eine rechtliche Notwendigkeit, sondern eine hervorragende Informationsquelle. Während es sich bei der Bilanz um eine Momentaufnahme zu einem bestimmten Stichtag handelt, sind die Zahlen der Gewinn- und Verlustrechnung Flussgrößen.


Bei Kapitalgesellschaften ist der Bilanzgewinn/-verlust das Bindeglied zwischen Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung und Teil des (kumulierten) Bilanzgewinn/-verlustes.
Gleichzeitig stellt er das Reinvermögen (= Differenz zwischen Vermögen und Schulden) dar. Ist es negativ sind verschiedene Maßnahmen zu treffen und im Anhang zu erläutern wieso keine Insolvenz vorliegt.
Bei bilanzierenden Einzelunternehmen und vollhaftenden Personengesellschaftern fällt mangels Gewinn-/Verlustvortrag die (direkte) Bindung zur Gewinn- und Verlustrechnung weg. Es handelt sich um eine Saldogröße, die insbesondere auch die Privatentnahmen/-einlagen enthält. Natürlich stellt es auch hier das buchmäßige Reinvermögen dar. Mangels Bilanz gibt es bei Einnahmen-Ausgaben-Rechnungen kein abgebildetes Eigenkapital.
Working Capital
Das Working Capital ist eine Kennzahl der Liquiditätsanalyse und eine Bestandsgröße. Es ist die Differenz zwischen kurzfristigen Aktiva (Vermögen) und kurzfristigen Passiva (Schulden). D.h., die Kennzahl gibt an inwieweit das Unternehmen in der Lage ist, seine kurzfristigen Schulden zu tilgen und sollte daher immer positiv sein.

Unternehmer-Colleg
Beitragsgrundlage

März 2013 / Die Beitragsgrundlage ist die Bemessungsgrundlage für die Sozialversicherungsbeiträge. Bei unselbständig Erwerbstätigen ist dies in aller Regel das Bruttogehalt(-lohn), bei Gewerbetreibenden und Selbständigen

der adaptierte Jahresgewinn.
Da dieser erst ein Jahr später endgültig festgestellt wird, gibt es die vorläufige Beitragsbemessung, für welche der Gewinn des drittvorangegangenen Jahres, erhöht um die in diesem Jahr vorgeschriebenen Kranken- und Pensionsversicherungsbeiträge, und aufgewertet mit einem Aktualisierungsfaktor. Nach Vorliegen des Steuerbescheides wird die vorläufige Beitragsgrundlage durch die endgültige (=Gewinn + vorgeschriebene Beiträge w.o.) ersetzt (= Nachbemessung). Dadurch kommt es zu einer Gutschrift oder Nachforderung. Eine Nachforderung wird in vier Teilbeträgen im folgenden Kalenderjahr vorgeschrieben.

Sonderregelungen gibt es u.a. bei einer allfälligen Mehrfachversicherung sowie bei Neugründern. Bei diesen kommt in den ersten drei Jahren eine stark reduzierte vorläufige Beitragsgrundlage zur Anwendung.

ACHTUNG: Dadurch ergeben sich bei entsprechenden Gewinnen hohe Nachforderungen! Erscheint die vorläufige Beitragsgrundlage zu hoch, kann ein Antrag auf Herabsetzung (aber nur einmal pro Jahr!) eingebracht werden.

Unternehmer-Colleg:
Nicht abrechenbare und nicht abgerechnete Leistungen

Dezember 2012 / Zwei auf den ersten Blick sehr ähnliche, aber höchst unterschiedliche Begriffe (kleiner Unterschied - große Wirkung):
Noch nicht abrechenbare Leistungen sind das Pendant zu den halbfertigen Erzeugnissen

Zwei auf den ersten Blick sehr ähnliche, aber höchst unterschiedliche Begriffe (kleiner Unterschied - große Wirkung):
Noch nicht abrechenbare Leistungen sind das Pendant zu den halbfertigen Erzeugnissen. Sie werden (bewertet mit den angefallenen Herstellungskosten) unter den Vorräten ausgewiesen. Fertig erstellte bzw. erbrachte (aber nicht abgerechnete) Leistungen sind hingegen mit dem Verkaufspreis unter den Forderungen auszuweisen, d.h. unmittelbar nach Fertigstellung entsteht eine Forderung an einen konkreten Besteller (im Gegensatz zur Produktion; dort sind auch Fertigerzeugnisse unter den Vorräten auszuweisen).

Diese Unterscheidung hat natürlich entsprechende Auswirkungen auf das Ergebnis. Die Erfassung hat genau (detailliert) - ähnlich der körperlichen Inventur - zu erfolgen.

Unabhängig davon ist die Rechnungslegungspflicht nach dem UStG zu beachten!

Unternehmer-Colleg:
(Tages-) Losungsermittlung

September 2012 / Grundsätzlich kann die Tageslosung auf zwei Arten, direkt oder indirekt, ermittelt werden. Bei der direkten Ermittlung

werden die einzelnen Losungen (einkassierte Beträge) einzeln - z.B. als Tippstreifen (einer alten Rechenmaschine) oder händisch - erfasst und am Abend addiert. Geschieht dies elektronisch, z.B. mit Hilfe einer modernen Registrierkasse, ist zu beachten, dass unbedingt die jederzeitige vollständige, geordnete und inhaltsgleiche Wiedergabe möglich ist (Genaueres siehe "Kassenrichtlinie" Ausgabe 2/2012). Bei der indirekten Methode wird die Tageslosung insgesamt durch Rückrechnung (Bestandslisten, Stricherllisten) ermittelt. Diese ist aber seit etlichen Jahren nicht mehr zulässig.

Lediglich in wenigen Ausnahmefällen (Umsätze unter 150.000,- Euro , von Haus zu Haus) erlaubt die Finanz eine sogenannte "vereinfachte Losungsermittlung". Diesfalls wird die Tageslosung durch Rückrechnung aus dem jeweils "ausgezählten" Bargeldend- und -anfangsbestand unter Berücksichtigung der übrigen Barein- und -ausgänge ermittelt. Diese Rückrechnung muss nachvollziehbar sein, spätestens zu Beginn des nächstfolgenden Arbeitstages und für jede Kasse extra erfolgen. Außerdem bedingt diese Methode eine Kassenführung mit laufender Bestandsverrechnung auch beim Einnahmen/ Ausgaben-Rechner. Von Vereinfachung soweit keine Spur!

Haben Sie noch Fragen? Wir stehen gerne zur Verfügung!

Unternehmer-Colleg:
Die Gewinnermittlungsarten

Juni 2012 / Das Einkommensteuergesetz kennt bekanntlich sieben Einkunftsarten, wobei man bei den ersten drei (Land- und Forstwirtschaft, selbständige Arbeit, Gewerbebetrieb) von den betrieblichen spricht. Bei diesen wird ein Gewinn (Verlust) ermittelt. Dies kann auf folgende Arten erfolgen

:

  • Im Wege der Bilanzierung, welche die Führung einer doppelten Buchhaltung voraussetzt. Bis März dieses Jahres war die Unterscheidung zwischen "§ 5 EStG" und "§ 4 (1) EStG" bei vorhandenem Grundvermögen von wesentlicher Bedeutung. Derzeit gibt es nur mehr bei den Rückstellungen und hinsichtlich eines sogenannten gewillkürten Betriebsvermögens gröbere Unterschiede. Die Bilanzierung nach § 5 ist auch jene, die - soferne Buchführungspflicht besteht - das Unternehmensrecht fordert. Auch weil in den letzten Jahren die steuer- und unternehmensrechtlichen Buchführungsgrenzen angeglichen (und erheblich hinaufgesetzt) worden sind, kommt der früher oft steuerrechtlich relevanten Bilanzierung nach § 4 (1) EStG immer weniger Bedeutung zu.
  • Werden die Buchführungsgrenzen nicht überschritten, wird der Gewinn (Verlust) im Wege einer E/A-Rechnung ermittelt. Hierbei erfolgt kein Betriebsvermögensvergleich (Bilanz), sondern es werden die (zahlungswirksamen) Einnahmen und Ausgaben gegenüber gestellt.
  • Die dritte Variante entspricht im Wesentlichen auch einer E/A-Rechnung, allerdings werden hier (Teile der) Ausgaben pauschal (Teil- oder Vollpauschalierung) angesetzt. Sonderbestimmungen gibt es diesbezüglich für die Landwirtschaft.


Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die übrigen Einkunftsarten (nicht selbständige Arbeit, Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung, sonstige) auch "außerbetriebliche" bzw. "Überschuss-Einkünfte" genannt werden. Hier wird der Überschuss der Einnahmen über die Werbungskosten ermittelt.

Weiters sind noch Abzugssteuern (z.B. KESt) mit oder ohne Endbesteuerungswirkung zu erwähnen. Immer moderner werden auch sogenannte Sondersteuern bzw. Sondersteuersätze, z.B. für ausländische Kapitaleinkünfte und die neue Immobilienbesteuerung.

Unternehmer-Colleg: Welchen Umsatz muss ich zumindest machen?

März 2012 / Die Frage nach dem Mindestumsatz ist eine sehr häufig gestellte Frage, es gibt auch mehrere Antworten - je nachdem was gemeint ist bzw. nach dem Hintergrund der Frage

.

In der einfachsten Form sollte der Mindestumsatz zumindest so hoch sein wie die Summe aller Aufwendungen/Ausgaben, dann kommt ein ausgeglichenes Ergebnis heraus. Da jedoch aber nicht alle Erträge/Einnahmen bzw. alle Aufwendungen/Ausgaben (sofort) zahlungswirksam sind (z.B. Abschreibungen, Dotierung von Rückstellungen, Zielein- bzw. -verkäufe), aber auch das Ergebnis nicht beeinflussende Zahlungen geleistet werden müssen (z.B. Investitionen, Kredittilgungen), sollte die Rechnung entsprechend verfeinert werden. Nicht zu vergessen sind bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften die notwendigen Entnahmen zur Deckung des Lebensunterhaltes und zur Begleichung der Einkommensteuer! Fragen Sie uns, wir haben hierfür ein eigenes Programm entwickelt.

Im Bereich der Kostenrechnung ergibt sich dann ein neutrales Betriebsergebnis, wenn der Deckungsbeitrag (=Erlöse abzügl. variabler Kosten) den Fixkosten entspricht. Für ein Handelsunternehmen bedeutet dies einfacher ausgedrückt, dass das Rohergebnis (Verkauf minus Einkauf) alle möglichen übrigen Aufwendungen/Ausgaben/Zahlungen (je Programm - siehe oben) decken muss.

Unternehmer-Colleg: Inventur

Dezember 2011 / Alle Jahre wieder - ist der Jahreswechsel auch die Zeit der Inventur. Darunter versteht man die körperliche Bestandsaufnahme (zählen, messen, wiegen) der am Bilanzstichtag vorhandenen Vorräte.



ACHTUNG: Auch wenn diese Ergebnisse dann vielleicht am Computer sorgfältig ausgewertet (bewertet) werden, sind die Aufnahmeprotokolle (Listen) als Grundaufzeichnungen unbedingt aufzubewahren. Nicht vergessen werden sollte, dass nicht nur die Handelswaren, sondern auch andere Vorräte (Hilfs- und Betriebsstoffe, Büro- und Werbematerial, Verpackungsmaterial, etc.) zu inventieren sind.

Mit entsprechenden Aufzeichnungen (die eine Rückrechnung ermöglichen) kann die Inventur bis zu zwei Monate vor oder drei Monate nach dem Bilanzstichtag durchgeführt werden. Mit einer Lagerbuchhaltung ist auch eine permanente Inventur möglich.

Auch wenn nicht gesetzlich vorgegeben, ist eine Inventur unter Umständen auch bei Einnahmen-Ausgaben-Rechnern durchaus sinnvoll. Nur damit führt eine Nachkalkulation zu aussagekräftigen Ergebnissen.

Nicht nur Bauunternehmen, sondern alle bilanzierenden Dienstleister, haben neben ihren Vorräten auch die am Bilanzstichtag noch nicht abrechenbaren (= noch nicht fertig gestellten) Leistungen zu erfassen und mit den Selbstkosten zu bewerten. Streng davon zu unterscheiden sind die bereits fertig gestellten, nur noch nicht abgerechneten, Leistungen. Diese sind mit den "Verkaufspreisen" zu erfassen.

Unternehmer-Colleg: Was kann ich entnehmen, was muss ich versteuern?

September 2011 / Beim Einzelunternehmer ist die Antwort einfach: Er versteuert - unabhängig von Entnahmen und Einlagen - seinen erwirtschafteten Gewinn und kann entnehmen was er will

.

Anders ist die Lage bei den Personengesellschaften (OG, KG): Die Gesellschafter (= steuerlich Mitunternehmer) versteuern jeweils ihren Gewinnanteil. Die Gewinnverteilung sollte im Gesellschaftsvertrag verankert sein, kann aber durch Gesellschafterbeschluss (aber nicht willkürlich) geregelt werden. Zu beachten ist, dass Verträge zwischen Gesellschaft und Gesellschafter (Dienst-, Darlehens-, Mietvertrag) steuerlich nicht anerkannt werden und daher zum Gewinnanteil zählen. Die "erlaubten" Entnahmen und Einlagen sind ebenfalls innerhalb der Gesellschaft zu regeln. Lediglich beim Kommanditisten gibt es bezüglich Entnahmemöglichkeiten unternehmensrechtliche Vorschriften (Beschränkungen).

Vielschichtiger ist die Angelegenheit bei Kapitalgesellschaften: Verträge zwischen Gesellschaft und Gesellschaftern werden bei Beachtung der Formvorschriften und des Fremdvergleichs (andernfalls liegt eine verdeckte Gewinnausschüttung vor!) anerkannt und beeinflussen so das Ergebnis der Gesellschaft und das Einkommen der Gesellschafter. Entnahmen sind nur im Rahmen von Gewinnausschüttungen (diese sind mit 25% KESt endbesteuert) möglich, alineare Ausschüttungen müssen begründet und gesellschaftsvertraglich vorgesehen sein. Die Gesellschaft versteuert ihren Gewinn (25% Körperschaftsteuer), der Gesellschafter sein Einkommen.

Unternehmer-Colleg: Stille Gesellschaft!

Juni 2011 / Der stille Gesellschafter beteiligt sich mit einer Vermögenseinlage an einem Unternehmen, die in das Vermögen des Inhabers des selben übergeht. Der Inhaber ist für alle für das Unternehmen geschlossenen Geschäfte

alleine berechtigt und verpflichtet. Der stille Gesellschafter ist am Gewinn angemessen zu beteiligen, vom Verlust kann er ausgeschlossen werden. Daneben stehen ihm bestimmte Kontrollrechte zu. Der stille Gesellschafter wird im Firmenbuch nicht eingetragen.

Die Vermögenseinlage wird in der Bilanz des Unternehmens unter den "Sonstigen Verbindlichkeiten" ausgewiesen. Im Falle der Insolvenz des Unternehmens kann der stille Gesellschafter seine Einlage als Insolvenzgläubiger geltend machen.

Steuerrechtlich ist zwischen der echten (typischen) und unechten (atypischen) stillen Gesellschaft zu unterscheiden. Bei letzterer ist der stille Gesellschafter am Firmenwert und/oder den stillen Reserven beteiligt. Die unechte stille Gesellschaft wird seitens der Finanz als "Mitunternehmerschaft" geführt und wie eine Personengesellschaft behandelt. Der Gewinnanteil des echten stillen Gesellschafters stellt beim Unternehmer eine Betriebsausgabe dar. Für den stillen Gesellschafter sind das Einkünfte aus Kapitalvermögen, die der KESt unterliegen, aber nicht endbesteuert sind.

Unternehmer-Colleg:
Rückstellungen!

März 2011 / ...sind Teil des Fremdkapitals, werden so in der Bilanz auf der Passivseite ausgewiesen. Daher sind sie für Einnahmen-/Ausgaben-Rechner kein Thema.
Das UGB schreibt vor, dass - soferne sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind

...sind Teil des Fremdkapitals, werden so in der Bilanz auf der Passivseite ausgewiesen. Daher sind sie für Einnahmen-/Ausgaben-Rechner kein Thema.
Das UGB schreibt vor, dass - soferne sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind - für

  • ungewisse Verbindlichkeiten und
  • drohende Verluste aus schwebenden Geschäften,

deren Eintritt wahrscheinlich oder sicher, aber hinsichtlich ihrer Höhe oder des Zeitpunktes ihres Eintretens unbestimmt sind, Rückstellungen gebildet werden. Als Beispiele werden genannt:
Abfertigungen, Pensionen, Kulanzen, noch nicht konsumierte Urlaube, Jubiläen, Produkthaftungen, Verpflichtung zur Rücknahme
Für (unterlassene) Aufwendungen können Rückstellungen gebildet werden, soweit dies den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung entspricht.

Folgende Gliederung ist vorgesehen:

  • Abfertigungen
  • Pensionen
  • Steuern
  • Sonstige

Wie immer geht das Steuerrecht eigene Wege: Es kennt seinen eigenen Rückstellungsbegriff; dieser dient in erster Linie der richtigen Periodenabgrenzung. Steuerrechtlich dürfen Rückstellungen in aller Regel (Ausnahme: Pensionen, Fälligkeit < 1 Jahr) nur mit 80% angesetzt werden, Aufwandsrückstellungen gar nicht. Ebenso ist die Bildung von Pauschalrückstellungen nicht zulässig. Außerdem ist das Nachholverbot zu beachten.

Unternehmen, die nach UGB zur Buchführung verpflichtet sind, müssen diese auch nach Steuerrecht bilden, bei freiwilliger Buchführung besteht ein Wahlrecht.

Unternehmer-Colleg: Nahe Angehörige!

Dezember 2010 / Verträge zwischen nahen Angehörigen unterliegen auch im Zivilrecht besonderen Formvorschriften

(Schriftlichkeit, u. U. sogar Notariatsaktpflicht). Auch der Fiskus hat auf sie ein besonderes Auge: Um steuerlich anerkannt zu werden, müssen sie

  • einen klaren, zweifelsfreien Inhalt haben,
  • deutlich nach außen zum Ausdruck kommen,
  • zu Bedingungen wie unter Fremden üblich abgeschlossen worden sein.


Das heißt, sie müssen jedenfalls schriftlich und zu fremdüblichen Bedingungen geschlossen und auch so gelebt werden. Natürlich sind auch die "Nebengeräusche" wie z.B. die Gebührenpflicht bei Mietverträgen zu beachten.
Gleiches gilt auch für Verträge zwischen Gesellschafter und (Kapital-)gesellschaft.

Unternehmer-Colleg: Abgabenquote!

September 2010 / Diese ist derzeit im Zusammenhang mit den Budgetnöten und dem geplanten - auch notwendigen - Sparpaket in aller Munde

. Man versteht darunter den Anteil von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen an der Wirtschaftsleistung.

Diese beträgt in Österreich heuer 41,5% und liegt damit deutlich über der EU-27-Marke (38,6%), aber auch über jener von Deutschland (38,8%). Spitzenreiter ist Dänemark mit 45,9%, am anderen Ende der Skala liegt Lettland mit 26,3%.

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, dass von 6,4 Mio. Steuerpflichtigen 2,7 Mio. überhaupt keine Einkommensteuer bezahlen (müssen), anderseits aber 2,9% (186.000) für 32% des Einkommensteueraufkommens sorgen. Für die große Masse sorgt somit- wie immer - der Mittelstand. Daran sollte bei allzu einseitigen Umverteilungsdebatten gedacht worden!

Unternehmer-Colleg:
Verlustausgleich und Verlustvortrag (-abzug)

März 2010 / Unter Verlustausgleich ist der Ausgleich (das Zusammenrechnen) positiver und negativer Einkünfte eines Jahres zu verstehen. Dabei kann man zwischen dem horizontalen (Saldierung innerhalb einer Einkunftsart,

z.B. zwischen zwei Gewerbebetrieben) und vertikalen (Saldierung verschiedener Einkunftsarten) Verlustausgleich unterscheiden. Zu beachten sind allerdings zahlreiche diesbezügliche Verbote (z.B. bei bestimmten Beteiligungen, Spekulationsgeschäften und sonstigen Einkünften). Auch die sogenannten Warte- bzw. Schwebeverluste fallen hierunter.
Der Verlustabzug ist eine Sonderausgabe und kann nur im Zuge eines Veranlagungsverfahrens (Abgabe einer Einkommensteuererklärung) geltend gemacht werden. Man versteht darunter den (grundsätzlich zeitlich und betraglich unbeschränkten) Abzug von nicht ausgeglichenen (s.o.) Verlusten aus betrieblichen Einkunftsarten der Vorjahre. Bei Einnahmen-Ausgaben-Rechnern sind nur Verluste aus den letzten 3 Jahren zu berücksichtigen. Auch hier gilt es, etliche Übergangs- und Sonderbestimmungen zu beachten. Generell ist der Verlustabzug mit 75% des Gesamtbetrages der (laufenden) Einkünfte beschränkt.

Unternehmer-Colleg:
Nicht abrechenbare versus nicht abgerechnete Leistungen

Dezember 2009 / Zwei auf den ersten Blick sehr ähnliche, aber höchst unterschiedliche Begriffe (kleiner Unterschied – große Wirkung):


Noch nicht abrechenbare Leistungen sind das Pendant zu den halbfertigen Erzeugnissen. Sie werden (bewertet mit den angefallenen Herstellungskosten) unter den Vorräten ausgewiesen. Fertig erstellte bzw. erbrachte (=nicht abgerechnete) Leistungen sind hingegen mit dem Verkaufspreis unter den Forderungen auszuweisen, d.h. unmittelbar nach Fertigstellung entsteht eine Forderung an einen konkreten Besteller (im Gegensatz zur Produktion; dort sind auch Fertigerzeugnisse unter den Vorräten auszuweisen).
Diese Unterscheidung hat natürlich entsprechende Auswirkungen auf das Ergebnis. Die Erfassung hat genau (detailliert) -– ähnlich der körperlichen Inventur – zu erfolgen.
Unabhängig davon ist die Rechnungslegungspflicht nach dem UStG zu beachten!

Unternehmer-Colleg: Sachbezüge

Juni 2009 / Sachbezüge sind jene Teile des Gehaltes, die nicht in Geld ausbezahlt werden (z.B. private Nutzung eines Firmenautos, die Zurverfügungstellung einer Dienstwohnung). Meist stellt dies (auch steuerlich) eine günstige Alternative dar,

wobei aber einige Feinheiten zu beachten sind, z.B.:

  • Der kollektivvertragliche Mindestlohn muss in Geld ausbezahlt werden.
  • Der Sachbezug ist im Falle einer Dienstnehmerexekution zu berücksichtigen.
  • Die Sonderzahlungen bleiben von Sachbezügen unberührt; allerdings kommt es dadurch zu einer Erhöhung des Jahressechstels, wodurch sich wieder Gestaltungsspielräume ergeben.
  • Bei der Bemessungsgrundlage für die Abfertigung alt sind die Sachbezüge zu berücksichtigen. Bei der Abfertigung neu sind für sie auch MV-Beiträge zu leisten.

Unternehmer-Colleg:
Personalkosten

Dezember 2008 / Eine oft diskutierte Frage: Wie hoch sind die Nebenkosten wirklich?
Nun, es kommt wie immer darauf an:
Kostenrechnungsmäßig bzw. kalkulatorisch

Eine oft diskutierte Frage: Wie hoch sind die Nebenkosten wirklich?
Nun, es kommt wie immer darauf an:
Kostenrechnungsmäßig bzw. kalkulatorisch (wenn Sie z.B. vom Bruttostundenlohn ausgehen) betragen sie (nach wie vor) gute 100%. Dabei wird vom Brutto(stunden)lohn ausgegangen; neben sämtlichen Abgaben werden auch alle bezahlten Nichtleistungszeiten (Urlaub, Krankenstand, Feiertage, sonstige Fehlzeiten) berücksichtigt und ins Verhältnis zur geleisteten Arbeitszeit gesetzt.
Erstellen Sie hingegen gerade die Finanzplanung und setzen Sie die Bruttobezüge an, müssen Sie hievon rund ein Drittel an Abgaben aller Art (inkl. MVK-Beiträge) ansetzen.

Unternehmer-Colleg:
Sonderbetriebsvermögen, Sonderbetriebseinnahmen und -ausgaben

September 2008 / Diese Begriffe kommen bei Personengesellschaften (OG, KG, atypisch stille Gesellschaft, Mitunternehmerschaften) vor, und zwar

:

Von Sonderbetriebsvermögen (wird in einer eigenen Sonderbilanz "geführt") spricht man dann, wenn ein Wirtschaftsgut (z.B. Grundstück) nur einem Gesellschafter gehört, aber von der Gesellschaft betrieblich (z.B. als Lagerplatz) verwendet wird.
Sonderbetriebsausgaben (vice versa -einnahmen) betreffen zwar die Gesellschaft und sind in dieser zwingend ("einheitliche und gesonderte Gewinnfeststellung") zu erfassen, werden aber nur einem Gesellschafter zugerechnet. Deshalb erhalten Sie als Gesellschafter einer großen (Publikums-)KG meist zu Jahresbeginn ein Schreiben der Gesellschaft, mit welchem Sie aufgefordert werden, Ihre diesbezüglichen Ausgaben für das Vorjahr bekannt zu geben.

Ergänzungsbilanzen ("Ergänzungskapital") kommen auch bei Personengesellschaften vor und beinhalten i.d.R. im Zuge eines Gesellschafterwechsels aufgedeckte (meist von ausscheidenden Gesellschafter versteuerte) stille Reserven, die vom eintretenden Gesellschafter auf diese Weise erfasst und i.d.R. als Firmenwert abgeschrieben werden.

Unternehmer-Colleg: Absetzbetrag - Freibetrag - Freigrenze

Juni 2008 / Ein Absetzbetrag (z.B. Alleinverdiener-Absetzbetrag) mindert die Steuerschuld selbst; ein Freibetrag (z.B. wegen Körperbehinderung oder notwendiger Diätverpflegung) hingegen (nur) die Bemessungsgrundlage für die Steuer

.

Die Steuerersparnis durch einen Freibetrag ergibt sich somit in Höhe des jeweils anzuwendenden (Grenz-)steuersatzes.

Von einer Freigrenze (z.B. bei den Anspruchszinsen: EUR 50,-) spricht man dann, wenn ein Betrag bei Unterschreiten der Freigrenze wegfällt (nicht festgesetzt wird), bei Überschreiten aber der volle Betrag herangezogen wird.

Beispiel: Betragen die Anspruchszinsen EUR 49,-, werden keine festgesetzt; bei EUR 51,- werden aber die vollen EUR 51,- vorgeschrieben.

PS: Zur Erinnerung bzw. weil immer wieder gefragt: Private Entnahmen bzw. Einlagen verändern (bei allen Gewinnermittlungsarten) ebenso wenig den Gewinn und damit die Steuerbelastung wie Kredit- oder Darlehensaufnahmen oder -rückzahlungen!

Unternehmer-Colleg: Das interne Kontrollsystem

März 2008 / Das interne Kontrollsystem ist ein Teilbereich der Managementfunktion "Überwachung". Die Kontrolle erfolgt innerhalb des Unternehmens prozessbegleitend (im Gegensatz zur Revision). Unter dem internen Kontrollsystem (iKS) versteht man die Gesamtheit der prozessabhängigen Überwachungseinheiten, d.h. die systematische Zusammenfassung der einzelnen Kontrollmechanismen und -maßnahmen.
Das iKS ist natürlich stark von der Branche,

Das interne Kontrollsystem ist ein Teilbereich der Managementfunktion "Überwachung". Die Kontrolle erfolgt innerhalb des Unternehmens prozessbegleitend (im Gegensatz zur Revision). Unter dem internen Kontrollsystem (iKS) versteht man die Gesamtheit der prozessabhängigen Überwachungseinheiten, d.h. die systematische Zusammenfassung der einzelnen Kontrollmechanismen und -maßnahmen.
Das iKS ist natürlich stark von der Branche, der Organisation und Größe des jeweiligen Unternehmens abhängig und erfordert naturgemäß entsprechende Vorgabewerte. Klassische Beispiele sind die Qualitätskontrolle, die Trennung unvereinbarer Aufgaben, das Vier-Augen-Prinzip und die horizontale Aufgabengliederung, automatische Ergebniskontrollen, usw.

Ein gutes iKS bewahrt nicht nur vor Schaden, sondern ist ein ausgezeichnetes Führungs- und Steuerungsinstrument. Besonders dringend ans Herz gelegt sei es Klein- und Mittelbetrieben in der Wachstumsphase, wenn der "Chef" seiner Überwachungsfunktion nicht mehr alleine nachkommen kann, die Übersicht langsam verloren geht und die noch auf den Kleinbetrieb ausgerichtete Organisation nicht mehr passt!

Geschäftsführer einer GmbH sind gemäß GmbH-Gesetz (? 22) zur Schaffung eines solchen Systems (und auch zu entsprechenden Planungsrechnungen) sogar gesetzlich verpflichtet!

Unternehmer-Colleg: Mediation & Coaching

September 2007 / Mediation
ist ein Streitschlichtungsverfahren, das alternativ zu einem Gerichtsverfahren insbesondere dann geeignet ist, zu einer guten Lösung zu führen, wenn die am Konflikt beteiligten Personen weiter miteinander in Beziehung stehen wollen

Mediation
ist ein Streitschlichtungsverfahren, das alternativ zu einem Gerichtsverfahren insbesondere dann geeignet ist, zu einer guten Lösung zu führen, wenn die am Konflikt beteiligten Personen weiter miteinander in Beziehung stehen wollen oder müssen, und daher interessiert sind, miteinander an einer Lösung zu arbeiten und nicht alle Brücken abzubrechen. An diesem freiwilligen Verfahren sind immer mindestens drei Personen beteiligt: die beiden Konfliktparteien und ein neutraler Mediator, der für die Durchführung des Verfahrens und die Erhaltung der Kommunikation zuständig ist; er hat dafür eine eigene Ausbildung erhalten. Das Verfahren folgt gewissen Regeln und endet normalerweise mit einer schriftlichen Vereinbarung, die die beiden Konfliktparteien selbst erarbeiten; damit ist gewährleistet, dass die Wünsche und Interessen der Konfliktparteien möglichst vollständig in diese Vereinbarung einfließen.

Coaching
Im Coaching geht es um Einzelarbeit: Der Klient arbeitet zusammen mit dem Coach an der Lösung einer für den Klienten wichtigen Frage. Aufgabe des Coaches ist es, den Klienten durch gezieltes Fragen anzuleiten, eine möglichst gute persönliche Lösung für die offene Frage gemeinsam zu erarbeiten. Coaching ist besonders aus dem Sportbereich bekannt, kann aber genauso gut bei folgenden Fragen angewendet werden: Soll ich mich beruflich verändern? In welche Richtung? Soll ich meinen Betrieb vergrößern/ verkleinern? etc. etc. Daneben ist es auch möglich, Personal zu coachen (Verbesserung der Teamarbeit etc.) oder vor/bei Zusammenschlüssen von vorher unabhängigen Teams/Unternehmen an gemeinsamen Strategien zu arbeiten oder durch Coaching den Teambildungsprozess zu fördern. Fragen Sie uns, wenn Sie an Themen in Ihrem Betrieb arbeiten wollen!

Unternehmer-Colleg: Der Rohaufschlag

September 2005 / Der Rohaufschlag ist eine einfache, oft unterschätzte bzw. vernachlässigte, aber - insbesondere im Handel - sehr wichtige Kennzahl. Sie drückt (in %) den Aufschlag auf den Einkaufspreis aus (Beispiel: Einkaufspreis = 100,- EUR Verkaufspreis = 180,- EUR  Rohaufschlag = 80%). Der Rohaufschlag (oft auch als (Handels-)spanne bezeichnet) ist jener Betrag, der zur Deckung der übrigen Aufwendungen und des Gewinnes zur Verfügung steht.



Der Rohaufschlag ist also betriebswirtschaftlich die entscheidende Kennzahl in einem Handelsbetrieb. Aber auch die Finanz hat deren Wichtigkeit längst erkannt: Bei ungeklärten
Abweichungen stellt sie neben lästigen Fragen auch allerlei ungute Vermutungen an ...

Wir empfehlen daher dringend, dieser Kennzahl entsprechendes Augenmerk zu schenken und sich laufend mit ihr zu befassen. Nicht nur der Finanz wegen, sondern weil man sonst unter Umständen auf einmal mit leeren Händen und roten Zahlen dasteht.

Fallweise wird diese Kennzahl auch vom Verkaufspreis als Basis gerechnet. Man spricht dann vom Rohabschlag. Bei Erzeugungs- und Dienstleistungsbetrieben entspricht diese Kennzahl in etwa dem Deckungsbeitrag I.

Unternehmer-Colleg: Umsatzfaktoren

September 2004 / Produktdiversifikation, Marktsegmente und -anteile, Erschließen neuer Märkte, das sind die Schlagworte, wenn man an Umsatzplanung denkt - und hakt diese gleichzeitig ab, weil das ja nur etwas für "die Großen" ist.
Ein Phänomen ist auch, dass die Ausgaben in der GuV bzw. EAR oft extrem gegliedert sind,

Produktdiversifikation, Marktsegmente und -anteile, Erschließen neuer Märkte, das sind die Schlagworte, wenn man an Umsatzplanung denkt - und hakt diese gleichzeitig ab, weil das ja nur etwas für "die Großen" ist.
Ein Phänomen ist auch, dass die Ausgaben in der GuV bzw. EAR oft extrem gegliedert sind, der Umsatz aber meist nur als eine (zufällige?) Einheitsgröße ausgewiesen wird.
Das muss aber nicht sein! Der Umsatz setzt sich zusammen aus:
• der Anzahl der Kunden
• dem Faktor, wie oft die Kunden kaufen
• dem Umsatz pro Kauf
Haben Sie das schon einmal überlegt? An diesem Rad kann sicher auch "der Kleine" drehen, und schon hat auch er eine Umsatzplanung! Und noch etwas: Da es sich hier um eine Multiplikation handelt, haben auch kleine Änderungen meist eine große Wirkung! Sehr oft führt aber schon das Beschäftigen mit dem Thema selbst zu Umsatzsteigerungen.

Unternehmer-Colleg: Grenzsteuersatz

März 2004 / Dieser gibt an, mit welchem effektiven Steuersatz der nächste "Einkommenseuro" (zusätzlicher Verdienst) besteuert wird. Er errechnet sich aus dem Tarif und hat nichts mit dem Durchschnittssteuersatz zu tun! Bei Einkommen über 51.000,- EUR beträgt er 50 % .
Ein Beispiel zum neuen Tarif soll dies noch veranschaulichen:
Einkommen 13.000,- EUR: ESt = 1.150,-
Daraus ergibt sich ein durchschnittlicher Steuersatz von 8,85 % (1.150/
13.000). Da das Einkommen bis 10.000,- EUR steuerfrei ist, ergibt sich - bezogen auf den zusätzlichen Einkommensteil von 3.000,- EUR - ein Grenzsteuersatz von 38,33 % (1.150/3.000). In unserem Beispiel bleibt dieser bis zur nächsten Tarifstufe (= 25.000,- EUR) konstant.

Unternehmer-Colleg: CEO, CEE, CFO & Co!

Dezember 2003 / Permanent werden wir mit Abkürzungen bombardiert, die noch dazu meist anglikanische, hierzulande (noch) nicht gebräuchliche Benennungen darstellen sollen.
Ein kleiner Einstieg für den Alltag:

Permanent werden wir mit Abkürzungen bombardiert, die noch dazu meist anglikanische, hierzulande (noch) nicht gebräuchliche Benennungen darstellen sollen.
Ein kleiner Einstieg für den Alltag:
CEO: Chief Executive Officer = Vorstandsvorsitzender, Generaldirektor
CFO: Chief Financial Officer = Finanz-Chef, oberster Controller
CEE: Central and East Europe - entspricht:
MOEL: Mittel- und Ost Europäische Länder (auch oft für Beitrittskandidaten zur EU per 01.05.2004 verwendet)
CRM: Customer Relationship Management = Kundenbindungsmaßnahmen
HRM: Human Relationship Management = dasselbe für Mitarbeiter

Unternehmer-Colleg:

September 2001 / Umschlagshäufigkeiten (UH) – durchschnittlicher Lagerbestand – durchschnittliche Außenstandsdauer

Sehr technisch klingt, und auf den ersten Blick schwer verständlich scheint die Kennzahl der UH. Sie wird in erster Linie in Zusammenhang mit den Vorräten und Forderungen berechnet und ist für die Liquidität (Wohin ist mein Geld?) von besonderer Bedeutung. Ein einfaches Beispiel soll dies näher erläutern:



Berechnet wird die UH nach der Formel

Umsatz : ? Bestand

z.B. 10,000.000 : 2,000.000 = 5



Dividiert man die Zahl der Tage (i.d.R. 360 od. 365) durch dieses Ergebnis, erhält man die Dauer,

also 360

5 = 72



Dies bedeutet, dass sich



- bei den Vorräten die Ware durchschnittlich 72 Tage im Lager befindet bzw.

- es 72 Tage dauert, bis Sie das Geld für Ihre verkaufte Waren erhalten.



Bei den Vorräten kann es kein allgemein gültiges Optimum geben, weil natürlich auf die spezifischen betrieblichen Umstände (Sortimentsbreite, Beschaffungsdauer, Bestellkosten, etc.) Rücksicht genommen werden muss. Es gibt auch eine komplizierte Formel zur Berechnung der optimalen Bestellmenge, deren Erläuterung würde aber den Rahmen bei weitem sprengen.



Hinsichtlich der Forderungen ist dieses Ergebnis jedenfalls ein Indikator für die Effizienz Ihrer Mahnabteilung, vielleicht sollten Sie auch Ihre Zahlungskonditionen überhaupt überdenken. In diesem Zusammenhang ist unbedingt wieder auf die bereits mehrfach angesprochene „Skonto-Problematik“ hinzuweisen.



Generell kann jedoch gesagt werden, dass die UH möglichst hoch und damit die durchschnittliche Lager- bzw. Außenstandsdauer entsprechend kurz sein sollten. Neben der Bindung des Kapitals und der damit verbundenen Kosten (Zinsen, auch Eigenkapital verursacht solche!) sind auch die damit verbundenen Risken (Kurs- und Ausfallrisiko bei den Forderungen; Verderbnis, Entmodung, Diebstahl, etc. bei den Vorräten) zu beachten!

Unternehmer-Colleg:

Juli 2001 / „DB“, BEP“ und „BE“ - Deckungsbeitrag, break-even-point, Gewinn

Grundsätzlich handelt es sich bei diesen Begriffen um solche aus der Kostenrechnung. Da die meisten Unternehmen jedoch über keine solche verfügen, kann (vereinfacht) sicher auch die Gewinn- und Verlustrechnung herangezogen werden.

Vorerst müssen die Kosten (Aufwendungen) in zwei große Blöcke unterteilt werden, nämlich in jenen der variablen (= umsatzabhängig wie z.B. Material- oder Wareneinsatz, Verpackungsmaterial, Energie für Produktion, etc.) und jenen der fixen Kosten (Aufwendungen), das sind alle anderen (z.B. Miete, Beiträge, Instandhaltung, Beratung, Fortbildung, etc.).



Der Rohgewinn (Deckungsbeitrag) ergibt sich aus der Differenz zwischen den Erlösen und den variablen Kosten (Aufwendungen) und steht zur Deckung der fixen Kosten (Aufwendungen) sowie des Gewinnes zur Verfügung.



Somit ergibt sich folgendes Schema:



Erlöse

- variable Kosten

Rohgewinn (Deckungsbeitrag)

- fixe Kosten

Gewinn (Betriebsergebnis)



Der break-even-point wird dort erreicht, wo der Deckungsbeitrag und die fixen Kosten gleich hoch sind, d.h. ein Nullergebnis erzielt wird. Jeder weitere erzielte Rohgewinn führt zu einem Gewinn.

Speziell für Handelsbetriebe ergibt sich in diesem Zusammenhang eine der wichtigsten Kennzahlen, nämlich der Rohaufschlag. Dieser errechnet sich aus dem Verhältnis zwischen Rohgewinn und Wareneinsatz (= variable Kosten) und gibt so den Rohgewinn in % des Wareneinsatzes an

(Formel: Rohgewinn x 100/Einsatz).

Unternehmer-Colleg

März 2001 / Was bedeutet eigentlich Umsatzrentabilität und was sagt sie aus?

Was bedeutet eigentlich Umsatzrentabilität

und was sagt sie aus?



Die Umsatzrentabilität drückt das Verhältnis des Gewinnes (üblicherweise vor Zinsen) zum Umsatz [(Gewinn + Zinsen)/Umsatz] aus, sie gibt also darüber Auskunft, wie viel Prozent vom Umsatz als Gewinn (bzw. für Zinszahlungen) übrigbleiben. Die Umsatzrentabilität ist somit eine einfache, oft unterschätzte, aber sehr wichtige Kennzahl.



Beträgt sie z.B. nur 5%, so bedeutet dies, dass schon ein 5%-iger Umsatzrückgang (z.B. zu hohe Rabatte oder Skonti) den Gewinn vollständig aufzehren bzw. in Höhe der zu leistenden Zinsen zu einem Verlust führt.



Denken Sie bei der Gestaltung Ihrer Preise in EURO, dass also schon kleine Rundungen zu fatalen Folgen beim Betriebsergebnis führen

können!