GmbH:

Zentrales Kontenregister!
Das war unser Bankgeheimnis!

November 2016 / Jetzt ist es also soweit - das faktische Ende der Anonymität ist gekommen. lm zentralen Kontenregister sind nun die "äußeren" Kontendaten erfasst. Das sind Inhaber, Kontonummer und Verfügungsberechtigte. Die Höhe der Kontostände bzw. Vermögenswerte scheinen nicht auf.



Abgabenbehörden können nun darauf zugreifen. Bald wird das bei jeder Betriebsprüfung zur Routine werden - und das Prüforgan kennt somit Ihre Bankkonten zumindest von der Anzahl und vom Institut her, genauso wie die Meldeadressen, Autos, Grundbesitz und vieles mehr bekannt ist. Wie die Prüfer mit diesen Informationen umgehen wird erst die Praxis zeigen. Bei Arbeitnehmerveranlagungen ist eine automatische Abfrage im Kontenregister allerdings nicht möglich, denn dazu bedarf es eines konkreten Verdachts, z.B. einer Anzeige. Aber selbst dann muss der Betroffene vor der Kontenregisterabfrage eine Gelegenheit zur Stellungnahme erhalten.

Übrigens, Sie müssen nicht alles passiv hinnehmen. Sie persönlich (wir können das in diesem Fall nicht) haben die Möglichkeit über FinanzOnline Ihre Kontendaten abzurufen und zu kontrollieren. Auch ein Zugriff einer Behörde wird über FinanzOnline gemeldet und zehn Jahre archiviert.

Bisher eher unbeachtet geblieben ist, dass das zentrale Kontenregister die Finanz auch bei der Eintreibung von Abgabenschuldigkeiten (Exekution, Sicherstellungsauftrag) unterstützen wird.

Was sich nicht verändert hat ist, dass für die Einschau selbst ein richterlicher Beschluss Voraussetzung ist, der nur bei begründetem Verdacht oder im Zuge eines Finanzstrafverfahrens erteilt wird.

Crowdfunding - Crowdinvesting
Immer beliebter - wie schaut es steuerlich aus?!

Juni 2016 / Diese neuen Finanzierungsformen gewinnen zunehmend an Beliebtheit. Sucht man doch in der "Crowd" Geldgeber, die man von seinem Projekt überzeugen kann. Eigentlich eine Renaissance des Genossenschaftsgedanken - derzeit als modernstes Tool des Kapitalismus! Aber es ist eben leichter mit den Möglichkeiten des Internets eine Vielzahl Gleichgesinnter zu finden als eine Bank von einer Idee zu überzeugen.


Grundsätzlich zu unterscheiden gilt es Crowdfunding und Crowdinvesting. Beiden ist noch gemeinsam, dass man sich mit einer Investition an einer Idee oder einem Projekt beteiligt und es sich um Nachrangdarlehen handelt - im Falle des Misserfolgs, also der Insolvenz des Darlehensnehmers, ist der Totalverlust möglich. Den Unterschied macht dann erst die Gegenleistung, denn diese ist auch das Kriterium für die Steuerbarkeit - also ob Umsatz- oder sonstige Steuern anfallen können.

  • Für Crowdinvesting sind fixe oder variable Zinssätze vereinbart, es handelt sich also um eine reine Finanzierungsform und löst daher keine Umsatzsteuerpflichten aus. Die beiden größten Wiener Fußballvereine (Rapid und Austria) haben diese Finanzierungsform bereits genutzt (Rapid brauchte für die erste Million noch 69 Tage, Austria gerade einmal 24 Stunden!). Neben den Zinsen gibt es für die Mini-Investoren noch zahlreiche Goodies, die für wahre Fans sicher noch eine zusätzliche Motivation darstellen. Einem Basiszinssatz von 2,5% stehen bei Erfolg der Sportvereine Spitzenzinssätze von über 8% gegenüber. Diese unterliegen im Realisierungsfalle der Einkommensteuer.
  • Beim Crowdfunding wird es schon etwas komplizierter. Es gibt die Variante
    • donation-based und
    • reward-based.

Beide können unter Umständen zu einer Umsatzsteuerpflicht führen.

Bei donation-based Funding steht, wie der Namen schon sagt, für den Geldgeber eine Spende im Vordergrund. Es kann aber durchaus sein, dass das unterstützte Projekt aus steuerlicher Sicht eine Einkunftsquelle darstellt. Die Gegenleistung kann unter Umständen der Umsatzsteuer unterliegen.

Auch wenn beim reward-based Funding die Gegenleistung im Vordergrund steht, ist hier umgekehrt auch nicht unbedingt von einer Umsatzsteuerpflicht auszugehen. Hier bestimmt nämlich der Wert der Gegenleistung, ob eine Umsatzsteuerpflicht vorliegt.

Eindeutig umsatzsteuerpflichtig ist, wenn das Investment einer Vorfinanzierung eines Produktes dient (pre-sale) und das Produkt nach Fertigstellung geliefert wird (Lieferung löst umsatzsteuerpflichtigen Erlös aus).

Wird die Gegenleistung in Form von Sponsoring, also einer Werbeleistung, - oder einer anderen sonstigen Leistung - erbracht, unterliegt nur der tatsächliche Wert (der Werbeleistung) - und dieser muss unter 50% der Einlage betragen - der Umsatzsteuerpflicht, der Rest hingegen als nicht steuerbarer Zuschuss eben nicht. Liegt der Wert der Gegenleistung aber über 50% des Investments unterliegt der gesamte Betrag der Umsatzsteuerpflicht.

Sie sehen also, dass die Regelungen des Gesetzgebers, wie leider meistens, nicht ganz einfach sind. Sollten Sie daher aktiv oder passiv an diese Finanzierungsform denken, besprechen Sie es mit uns vor Inangriffnahme!

Geschäftsführer nicht mehr automatisch haftbar

Juni 2016 / Die gute Nachricht: Leitungsorgane einer GmbH oder AG haben laufend unternehmerische Entscheidungen zu treffen, die naturgemäß sehr oft mit einer erheblichen Unsicherheit behaftet sind.


Der Geschäftsführer (Vorstand) hat seine Entscheidungen mit der Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmannes zu treffen, andernfalls haftet er gegenüber der Gesellschaft mit seinem Privatvermögen (gegenüber den Gesellschaftern und Gläubigern nur in bestimmten Fällen).
Mit 1. Jänner 2016 ist es - in Anlehnung an Literatur und Judikatur bzw. an die aus dem amerikanischen Recht stammenden "Business Judgment Rule" - zu einer gesetzlichen Konkretisierung der Sorgfaltspflichten gekommen:

Demnach handelt ein Geschäftsführer jedenfalls dann im Einklang mit der geforderten Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmannes, wenn er

  • sich bei einer unternehmerischen Entscheidung nicht von sachfremden Interessen leiten lässt,
  • aufgrund angemessener Information annehmen darf, zum Wohle der Gesellschaft zu handeln.

Leitungsorgane können somit nicht mehr (automatisch) zur persönlichen Haftung herangezogen werden, wenn ein bestimmter Erfolg ausbleibt; sondern es kommt ihnen bei ihren unternehmerischen Entscheidungen ein zu respektierender Ermessensspielraum zu. Nur eine eklatante Überschreitung desselben, eine evident unrichtige Sachentscheidung oder eine geradezu unvertretbare unternehmerische Entscheidung können zur Annahme einer Sorgfaltsverletzung und damit verbundenen haftungsrechtlichen Folgen führen.

Tipp: Dokumentieren! Es erscheint somit (wie schon bisher) dringend angeraten, bei wesentlichen unternehmerischen Entscheidungen zu dokumentieren, dass diese

  • auf Basis angemessener Informationen,
  • frei von sachfremden Interessen und
  • auf Grundlage dieser Informationen zum Wohle des Unternehmens getroffen worden sind.

Endgültig: GSVG-Pflicht für Gewinnausschüttungen an Gesellschafter-Geschäftsführer

März 2016 / Auch wenn unseres Erachtens nicht verfassungskonform zählen solche Ausschüttungen nunmehr auch de facto zur Beitragsgrundlage: In der KESt-Anmeldung für ausbezahlte Dividenden an einen GSVG-pflichtigen Gesellschafter-Geschäftsführer ist auch seine SV-Nummer anzuführen.

Steuerreform - KESt:

September 2015 / Leider - entgegen allen Erwartungen und Hoffnungen - hat sich in diesem Bereich kaum etwas geändert. Einzig ist klar gestellt worden, dass Rückflüsse aus ordentlichen Kapitalerhöhungen in aller Regel auch ertragsteuerlich als Einlagenrückzahlungen zu qualifizieren sind und daher KESt-frei rückgezahlt werden können. Die neue Gesetzeslage gilt bereits für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31. Juli 2015 beginnen!



Unsere Tipps bleiben daher aufrecht: In Zukunft wird man "seiner" GmbH wohl eher Fremdkapital z.B. in Form von Gesellschafterdarlehen zuführen (betriebs- und volkswirtschaftlich sehr sinnvoll!) statt Eigenkapital. Natürlich ist aber individuelle Beratung dringend anzuraten!

Noch dringender erscheint allerdings die Prüfung allfälliger Ausschüttungsmöglichkeiten noch heuer - auch in Hinblick auf die KESt-Erhöhung. Dabei sind neben den finanziellen Möglichkeiten auch unternehmens- und steuerrechtliche Aspekte zu beachten. Jedenfalls sind ausschüttungsbedingte Finanzierungsaufwendungen nicht abzugsfähig! Wenn wir für Sie den Jahresabschluss (2014) erledigen, werden wir dieses Thema jedenfalls aufgreifen - andernfalls kontaktieren Sie uns bitte rechtzeitig!

"Große strukturelle Steuerreform!"

März 2014 / Was bis jetzt schon fix ist und zumindest klar scheint!

"Große strukturelle Steuerreform!"



Abgabenänderungsgesetz
Neben der sogenannten "großen, strukturellen Steuerreform" (bereits beschlossen), bestehend aus

  • der Erhöhung der Alkoholsteuer,
  • der Erhöhung der Schaumweinsteuer (Hiebei kommt es unter anderem auf die Art des Verschlusses an!),
  • der Erhöhung der Tabaksteuer sowie
  • der Neuregelung (Ökologisierungsformel) im Bereich der Normverbrauchsabgabe (In einigen wenigen Fällen wird diese sogar billiger.),

und etlichen Maßnahmen, auf die hier nicht eingegangen werden soll, gibt es doch einige - noch zu beschließende - Änderungen und Bestimmungen, auf die nachstehend näher eingegangen wird.

GmbH-Reform
Bei GmbHs hat das Stammkapital grundsätzlich wieder mindestens EUR 35.000,- zu betragen, wobei zumindest die Hälfte bar einzuzahlen ist. Für neu gegründete GmbHs gibt es jetzt das sogenannte "unternehmensrechtliche Gründungsprivileg": Dadurch kann im Gesellschafts-vertrag festgelegt werden, dass die zu leistenden Stammeinlagen (vorerst) nur EUR 10.000,- betragen, wovon wiederum mindestens die Hälfte bar zu leisten ist. Die Gesellschafter haften diesfalls (vorerst) auch nur bis 10.000.- Euro. Spätestens zehn Jahre nach der Eintragung im Firmenbuch sind allerdings Stammkapital und einbezahlte Stammeinlagen auf 35.000,- bzw. 17.500,- Euro anzuheben und haften die Gesellschafter jedenfalls für diese Beträge.
Gleiches soll für die bisher gegründeten "GmbH-lights" gelten, ebenso wenn das Stammkapital zwischenzeitig zulässigerweise auf unter 35.000,- Euro herabgesetzt worden ist.
Das "steuerrechtliche Gründungsprivileg" sieht vor, dass die Mindestkörperschaftsteuer für diese (unternehmensrechtlich) gründungsprivilegierten Gesellschaften

  • in den ersten fünf Jahren EUR 500,-
  • in den folgenden fünf Jahren EUR 1.000,-

beträgt.

Handwerkerbonus
Dieser soll bis Juli 2014 eingeführt werden. Demnach können Private die Rückerstattung der Vorsteuer auf Handwerksleistungen (also nicht Material) bis zu 600,- Euro p.a. beantragen - allerdings nur solange der diesbezügliche Topf gefüllt ist, was verfassungsrechtlich äußerst bedenklich erscheint. Die Leistungen müssen in Zusammenhang mit der Renovierung, Erhaltung oder Modernisierung des eigenen Wohnraumes im Inland erbracht werden. Vom BMF soll eine diesbezügliche Abwicklungsstelle eingerichtet werden.

Investitionsbedingter Gewinnfreibetrag
An Stelle der bisher "begünstigten" Wertpapiere sollen nun Wohnbauanleihen treten. Die Erträge daraus werden - trotz KESt-Freiheit der Anleihen - aber steuerpflichtig und daher in die Steuererklärung aufzunehmen sein. An den übrigen Bestimmungen wird sich nichts ändern.

Freiwillige Abfertigungen u.ä.
Hier kommt es zu massiven Verschlechterungen!
Grundsätzlich ist bei Zahlungen aufgrund der Beendigung eines Dienstverhältnisses zwischen

  • Abfertigungen (gesetzlich und freiwillig),
  • Nachzahlungen,
  • Vergleichszahlungen und
  • Abgangsentschädigungen (z.B. wegen Kündigungsschutz, Nichteinhalten von Fristen)

zu unterscheiden.

Eine genaue Darstellung der komplizierten Rechtslage würde hier bei Weitem den Rahmen sprengen. Wir können, sollten Sie betroffen sein, nur zu einer rechtzeitigen, individuellen Beratung im Einzelfall raten.
Das Pikante dabei ist auch, dass es nicht nur zu einer massiven Verschlechterung für den Dienstnehmer kommt, sondern bei gewissen Bezugsteilen u.U. - wie bei hohen Managementgehältern - zu einem Abzugsverbot (als Betriebsausgabe) beim Dienstgeber kommen kann. Die diesbezüglichen verfassungsrechtlichen Bedenken sind wohl mehr als gerechtfertigt.
Verlustvortrag
Im Bereich der Einkommensteuer wird die bisher 75%ige Verlustvortrags- und Verrechnungsgrenze aufgehoben. Dies erscheint im ersten Moment als Verbesserung, erweist sich jedoch vielfach als "Bärendienst", weil künftig der Verlustvortrag auch für steuerfreie oder niedrig besteuerte Einkommensteile verwendet wird.


Beispiel: Verlustvortrag EUR 40.000,-

bisher:ab 2014:
Einkommen (Annahme)40.000,-40.000,-
Verlustvortrag (max. 75%)30.000,-40.000,-
zu versteuern10.000,-0,-
Einkommensteuer =0,-0,-
Es bleiben für das Folgejahr noch immer 10.000,- Verlustvortrag.Zwar fällt im Jahr 2014 auch keine Steuer an, es ist aber der ganze Verlustvortrag verbraucht.

GmbH Ausschüttungen und Sozialversicherung

März 2014 / Schon immer war die Ausschüttung des Gewinnes an wesentlich beteiligte Geschäftsführer aus einer GmbH sozialversicherungspflichtig. Die Sozialversicherung hat die Beiträge allerdings nicht eingehoben, da die Ausschüttungen durch den Kapitalertragssteuerabzug endbesteuert sind und damit üblicherweise aus den Einkommensteuerbescheiden der Gesellschafter, die die Grundlage für die Bemessung der Beiträge sind, nicht ersichtlich sind.



Im Vorjahr ist die Sozialversicherung dazu übergegangen Gesellschafter aufzufordern, Ausschüttungen bekannt zu geben bzw. Anfragen an das Finanzamt zu starten, ob Ausschüttungen/Kapitalertragsteuer gemeldet worden sind.

GmbH neu: Kapitalherabsetzung sinnvoll?
In jedem Fall sehr aufwändig!

Dezember 2013 / Seit 1. Juli beträgt ja das Mindeststammkapital bei einer GmbH nur mehr EUR 10.000,-; von diesem wird auch die Mindestkörperschaftssteuer (EUR 500,- ab 2014) berechnet.
Somit stellt sich die Frage, ob bzw. unter welchen Umständen die Herabsetzung des Stammkapitals bei einer bestehenden (alten) GmbH möglich und sinnvoll ist

Seit 1. Juli beträgt ja das Mindeststammkapital bei einer GmbH nur mehr EUR 10.000,-; von diesem wird auch die Mindestkörperschaftssteuer (EUR 500,- ab 2014) berechnet.
Somit stellt sich die Frage, ob bzw. unter welchen Umständen die Herabsetzung des Stammkapitals bei einer bestehenden (alten) GmbH möglich und sinnvoll ist:

Unternehmensrechtlich ist zwischen der ordentlichen (effektiven) Kapitalherabsetzung und der vereinfachten (nominellen) Kapitalherabsetzung zu unterscheiden.
Die ordentliche Kapitalherabsetzung führt zu einer Auszahlung an Gesellschafter und/oder befreit Gesellschafter von der möglichen Verpflichtung zur Einzahlung ausstehender Einlagen. Jedenfalls erfolgt eine Verringerung des Gesellschaftsvermögens und daher ist das Verfahren ziemlich aufwändig:

  • Es bedarf eines Beschlusses der Gesellschafter (Änderung des Gesellschaftsvertrages) und einer Anmeldung der beabsichtigten Kapitalherabsetzung zum Firmenbuch sowie
  • einer Veröffentlichung in der Wiener Zeitung (Gläubigeraufruf, Aufgebotsverfahren) und einer Benachrichtigung aller bekannten Gläubiger (diese können Befriedigung oder Sicherstellung verlangen).
  • Nach Ablauf einer dreimonatigen Sperrfrist bis zur Anmeldung der Eintragung der Kapitalherabsetzung beim Firmenbuch.
  • Erst nach der Eintragung im Firmenbuch sind Rückzahlungen an die Gesellschafter zulässig bzw. fallen die ausstehenden Einlagen weg.


Bei der vereinfachten Kapitalherabsetzung wird zwar auch das Stammkapital herabgesetzt, aber nicht an Gesellschafter zurückbezahlt sondern zur Abdeckung von Verlusten (bzw. Einstellung von Beträgen in die Kapitalrücklage) verwendet. Diesbezüglich sind auch Ausschüttungsbeschränkungen zu beachten. Da das Vermögen der Gesellschaft nicht geschmälert wird, entfällt das Aufgebotsverfahren (Gläubigeraufruf), ebenso ist keine zweimalige Eintragung im Firmenbuch erforderlich.

Auszahlungen an Gesellschafter infolge einer ordentlichen Kapitalherabsetzung sind bei Vorliegen gewisser Voraussetzungen (entsprechende Höhe Anschaffungskosten auf Ebene der Gesellschafter bzw. ein ausreichendes Evidenzkonto auf Ebene der Gesellschaft) als Einlagenrückzahlung, steuerfrei.

ACHTUNG 1: Dies gilt nicht, wenn die Rückzahlung aus einer (steuerfreien) Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln innerhalb der letzten zehn Jahre stammt.

ACHTUNG 2: Mit der Einlagenrückzahlung sind die Anschaffungskosten der Beteiligung (im Privatvermögen) zu vermindern bzw. die Buchwerte (im Betriebsvermögen) steuerfrei abzustocken. Dadurch wird es bei einer späteren Veräußerung zu entsprechend höheren steuerpflichtigen Gewinnen kommen.

Bei nomineller Kapitalherabsetzung erfolgt keine Verminderung von Anschaffungskosten bzw. Buchwerten, sondern es kommt zur (teilweisen) Saldierung der Bilanzpositionen "Bilanzverlust" und "Stammkapital". Sie hat bloß "kosmetischen Charakter" und wird auch als "buchmäßige Sanierung" bezeichnet.

Unseres Erachtens wird eine effektive Kapitalherabsetzung wohl nur in wenigen Einzelfällen zielführend sein:

  • Sie wirkt sich negativ auf das Bilanzbild (auch wenn schon bisher EUR 35.000,- Stammkapital allein für die Bank nicht ausreichend waren) und die daraus abzuleitenden Kennzahlen (auch die URG-Kennzahlen) aus.
  • Sie ist formell aufwändig und auch entsprechend teuer (Notar, Firmenbuchgebühren, Wiener Zeitung).
  • Es kann sich bloß ein einmaliger, temporärer Steuervorteil von max. EUR 6.250,- (bei bisher EUR 35.000,- Stammkapital) ergeben.
  • Überlegenswert ist hingegen der Umstand des Wegfalls ausstehender Einlagen, sofern diese Mittel in der GmbH nicht (mehr) benötigt werden.


Zur nominellen Kapitalherabsetzung können keine generellen Überlegungen angestellt werden.

Anforderung an Geschäftsdrucksorten, Homepage & Co
Fakten und Mythen!

Dezember 2013 / Die UID-Nummer muss bei GmbHs am Briefpapier drauf sein, genauso wie die Firmenbuchnummer, oder die Telefonnummer! Und auf der E-Mail gilt das aber nicht! Falsch bzw. zweimal falsch!

Es gibt gesetzlich verpflichtende Angaben, die von der Rechtsform, der Art der Geschäftspapiere und der Form der Übermittlung abhängig sind. Verschiedene Gesetze und Rechtsvorschriften wie das UGB (Unternehmergesetzbuch), das ECG (E-Commerce-Gesetz) oder die Gewebeordnung regeln das - und Verwirrung sowie zahlreiche Mythen sind die Folge.
Ein Versuch der Klarstellung:
Auf gedruckten Geschäftspapieren, also Briefpapier, Lieferschein, etc.

  • Firma oder Name,
  • Sitz (mit vollständiger Postadresse),
    bei ins Firmenbuch eingetragenen Unternehmen zusätzlich
  • Rechtsform,
  • Firmenbuchnummer,
  • Firmenbuchgericht.

Oftmalig heiß diskutiert, die

  • DVR (Datenverarbeitungsregister)-Nummer.


Ja, es gibt sie noch immer, und wenn vorhanden, muss sie auch angegeben werden.
UID-Nummer ist auf Print-Geschäftsdrucksorten genau so wenig vorgeschrieben wie IBAN und BIC. Diese Angaben sind nur auf Rechnungen (aus verschiedenen Gründen) relevant und werden daher vielleicht auch am Briefpapier sinnvoll sein - gesetzlich vorgeschrieben werden sie nirgends.
Anders ist das nur bei der UID-Nummer auf E-Mails. Nach dem ECG sind für E-Mails die o.a. Pflichtangaben wie auf Print anzuführen, +

  • UID-Nummer und
  • Email-Adresse. Die
  • DVR-Nummer ist nur Unternehmen vorgeschrieben, die eine Verarbeitung von

personenbezogenen Daten durchführen.
Und da war dann noch die Homepage. Für diese gelten die selben Vorschriften wie für E-Mails und folgende zusätzliche Pflichtangaben:

  • zuständige Aufsichtsbehörde (nur wenn Tätigkeit behördlicher Aufsicht unter- liegt)
  • zuständige Berufsvertretung (Kammer, Berufsverband)
  • Hinweis auf anzuwendende gewerbe- oder berufsrechtliche Vorschriften und Zugang zu diesen (z.B. www.bka.ris.gv.at).

Wenn auf der Homepage

  • Preise angeführt werden, muss ersichtlich sein, ob mit oder ohne USt. bzw. muss für den Endverbraucher (B2C) der volle zu bezahlende Betrag klar ersichtlich sein.
  • AGB (wenn vorhanden und auch verwendet werden).


Sie sehen, es ist eigentlich ganz einfach! Aber auch wenn die meisten Verstöße nicht geahndet werden, verlassen kann man sich darauf natürlich nicht!

GmbH NEU

Juli 2013 / Vorweg wird gleich darauf hingewiesen, dass es sich nicht um eine neue Rechtsform, sondern nur um Änderungen im GmbH-Gesetz handelt. Kurz zusammengefasst kann gesagt werden, dass die Gründung zwar billiger wird, nicht aber der laufende Betrieb, die Haftungsbestimmungen sind teilweise sogar verschärft worden

. Nun aber zum Detail:

Das Mindeststammkapital ist für Gründungen nach dem 30. Juni auf € 10.000,- herabgesetzt worden, wie bisher braucht es nur zur Hälfte einbezahlt werden. Die bisherige Pflicht zur Veröffentlichung der Gründung in der Wiener Zeitung entfällt, die Notariatskosten werden auf gut die Hälfte sinken. Durch das geringere Stammkapital sinkt auch die Mindestkörperschaftsteuer.

Ob die im Extremfall einbezahlten € 5.000,- allerdings für Gründung und Betrieb des Unternehmens reichen, darf mehr als bezweifelt werden und - Unterkapitalisierung kann schon einen Haftungstatbestand begründen - Kredit wird die neu gegründete GmbH ohne persönliche Haftung und/oder Sicherheiten keinen bekommen.

Nichts ändert sich auch im laufenden Betrieb: Weiterhin ist eine doppelte Buchhaltung zu führen, ein kompletter Jahresabschluss zu erstellen - dieser im Firmenbuch bis spätestens neun Monate nach Ende des Geschäftsjahres zu veröffentlichen. Bei Nichteinhaltung dieser Frist drohen empfindliche Strafen.

Auf die Rechtsformwahl sollte die "GmbH light" keinen besonderen Einfluss haben, die Entscheidungskriterien verändern sich dadurch kaum und müssen im Einzelfall besprochen werden. Generell kann nur gesagt werden, dass sich bei kleinen Unternehmen aufgrund der notwendigen Verwaltung (s.o.) und vor allem in steuerlicher Hinsicht die GmbH NEU nicht rechnet (25% KöSt ab dem ersten € Gewinn und bei Ausschüttung noch einmal 25% - also in Summe 43,7%!, bei natürlichen Personen sind hingegen € 11.000,- überhaupt steuerfrei). Eher in Frage (aus steuerlichen Gründen) kommt die GmbH bei hohen Gewinnen bzw. wenn die Gewinne großteils im Unternehmen verbleiben sollen (z.B. Ansparen für Investitionen oder auch Rückzahlungen von Darlehen oder Krediten). Aber die Steuer ist ja nur eines von vielen Entscheidungskriterien.

Verschärft worden sind die Gläubigerschutzbestimmungen und damit auch mögliche Haftungen der Geschäftsführer und u.U., auch der Gesellschafter. Schon bisher hatte der Geschäftsführer eine außerordentliche Generalversammlung einzuberufen, wenn die Hälfte des Stammkapitals (durch Verluste) verloren war; bei der GmbH NEU sind das gerade einmal € 5.000,-! Diese Verpflichtung ist dahingehend erweitert worden, dass künftig eine solche Versammlung auch einzuberufen ist, wenn die Kennzahlen gem. § 23 Unternehmensreorganisationsgesetz (Dieses Gesetz hatte bisher nur für prüfungspflichtige Gesellschaften Bedeutung.) - Eigenmittelquote < 8%, fiktive Schuldentilgungsdauer > 15 Jahre - unter- bzw. überschritten wird.

Die Geschäftsführer haben die von der Generalversammlung gefassten Beschlüsse dem Firmenbuchgericht mitzuteilen. Neu ist auch eine Bestimmung, die greift, wenn die Gesellschaft keinen Geschäftsführer hat. Die Pflichten des Geschäftsführers im Sinne des § 69 Insolvenzordnung (betrifft die rechtzeitige Einleitung eines Insolvenzverfahrens) gehen in solch einem Fall auf Gesellschafter mit mehr als 50%iger Beteiligung über.

Wie bisher gibt es umfangreiche Haftungen bei schuldhafter oder vorsätzlicher Pflichtverletzung, im Falle verbotener Einlagenrückgewähr u.v.a. für ausstehende Einlagen haften die Gesellschafter solidarisch.

Grundsätzlich können bestehende GmbHs ihr Stammkapital auf (mindestens) € 10.000,- herabsetzen, wobei sich auch hier natürlich die Frage nach der Sinnhaftigkeit bzw. dem damit bezweckten Ziel stellt.
Das Verfahren selbst ist ziemlich aufwändig: Neben dem entsprechenden Gesellschafterbeschluss (= Änderung des Gesellschaftsvertrages) bedarf es einer Eintragung im Firmenbuch, eines Gläubiger-aufrufes (Aufgebotsverfahren) und auf deren Wunsch auch einer Bezahlung oder Besicherung der offenen Verbindlichkeiten. Grundvoraussetzung ist natürlich ein entsprechendes Bilanzbild (keine Verluste). Bei Verlustsituationen kann eine sogenannte vereinfachte Kapitalherabsetzung zur Verbesserung eines Bilanzbildes überlegt werden.

Ausdrücklich gewarnt werden muss an dieser Stelle auch vor sogenannten "kalten Einbringungen". Darunter versteht man die (stille) Übertragung eines Betriebes ohne Abschluss eines entsprechenden Kauf- oder Einbringungsvertrages, aber auch die Verrechnung eines unangemessen niedrigen Kaufpreises unter Außerachtlassung eines Firmenwertes (Kundenstockes). Also kurz gesagt, "heute Einzelunternehmen zusperren und morgen als GmbH beginnen" wird es nicht spielen - da hat die Finanz sicher etwas dagegen! Hingegen kann eine gut geplante und durchgeführte Einbringung (kann mit max. neunmonatiger Rückwirkung durchgeführt werden) durchaus Sinn machen und zu lukrativen Ergebnissen führen.

Finanzpolizei

Die Finanzpolizei hat ihre Aktivitäten in letzter Zeit anscheinend stark verstärkt. Wir haben schon von mehreren Besuchen der Finanzpolizei - im Nachhinein - gehört. Darum sei hier nochmals darauf hingewiesen:


  • Bitte verständigen Sie uns sofort davon! (Oft genügt schon ein Telefonat mit den Beamten durch uns um nichts "aus dem Ruder laufen zu lassen"!)
  • Verlangen Sie unbedingt eine Niederschrift (Protokoll) und kontrollieren Sie den Inhalt vor Unterschrift genau!
  • Beachten Sie unsere Ausführungen im letzten Klienten-Journal oder auf unserer Homepage!

Im zweiten Halbjahr wird die Finanzpolizei verstärkt die Einhaltung der Kassenrichtlinien bzw. die Losungsaufrechnungen überprüfen! Und diese Kontrollen sind wesentlich heikler als die bisherigen (sofern hinsichtlich Anmeldungen alles gepasst hat) bzw. können weitreichende Folgen haben.

GmbH "light"

Juni 2013 / Und sie kommt doch - die GmbH-Reform! Sie soll mit 1. Juli 2013 in Kraft treten.
Wir bleiben unserer Linie treu, erst über beschlossene Änderungen, wenn alle Details bekannt sind, zu berichten. Daher werden wir Sie zu diesem Zeitpunkt (voraussichtlich Anfang/Mitte Juli) mittels Blitzinfo informieren.
Betroffen sind in erster Linie ja Neugründungen. Neben der Herabsetzung des Stammkapitals auf 10.000,- Euro (Mindesteinzahlung 5.000,-) sind Vereinfachungen und Verbilligungen bei der Gründung vorgesehen. Die Mindestkörperschaftssteuer beträgt dann pro Jahr nur mehr 500,- Euro!

Liquiditätsprüfung
FINANZAMT VERSCHÄRFT GANGART!

Dezember 2012 / Bekanntlich kann man beim Finanzamt um Stundung oder Raten ansuchen, wenn man den Zahlungsverpflichtungen nicht sofort oder nicht sofort in voller Höhe nachkommen kann. Dazu ist ein Antrag notwendig und auch eine Begründung mit einer Darlegung, warum die Einbringung der Abgaben durch den Aufschub nicht gefährdet wird

. Ist die Einbringung gefährdet, darf, so will es die Bundesabgabenordnung, so ein Antrag nicht bewilligt werden.
Bisher hat das Finanzamt den Angaben seiner Bürger vertraut. Offenbar nach dem Grundsatz, Kontrolle ist besser, hat man allerdings nun eine neue Betriebsprüfungsart, die sogenannte Liquiditätsprüfung, kreiert. Eine Prüfung, die es in sich hat.
In einer Checkliste, die uns vorliegt, wird akribisch genau aufgezählt, welche Unterlagen für so eine Prüfung vorzulegen sind. Ok, Bilanzen, Saldenlisten, Buchhaltung, Kontoauszüge werden auch bei "normalen" Prüfungen verlangt. Planerfolgsrechnungen und Prognoserechnungen zur Beurteilung der wirtschaftlichen Lage sind aber neu. Darüber hinaus interessiert man sich aber auch für die privaten Verhältnisse. Welche Sparbücher, Bausparverträge, Lebensversicherungspolizzen sind vorhanden, wovon leben Sie, gibt es Schmuck, Uhren oder sonstige Wertgegenstände und noch vieles mehr, wollen die Erhebungsbeamten von Ihnen wissen. Die Prüfer haben auf diesem Gebiet eine spezielle Schulung absolviert.
Auch wenn anzunehmen ist, dass diese Liquiditätsprüfungen aus Personalkapazitätsgründen nur bei höheren Summen bzw. bei häufigen Anträgen angesetzt werden, wird sie dem einen oder anderen Leser wohl nicht erspart bleiben.

Die Limited - Ltd
WER BILLIG GRÜNDET GRÜNDET OFT TEUER!

September 2011 / Die Rechtsform einer britischen Limited (Ltd.), die genaue Bezeichnung ist "company limited by shares", ist international sehr bekannt und anerkannt. Hat man also viel mit ausländischen Partnern zu tun,

und bewegt sich geschäftlich häufig am internationalen Parkett, ist sie sicher eine interessante Alternative. Eines ist sie aber sicher nicht: eine billige Alternative zur österreichischen GmbH, wenn man ausschließlich oder großteils in Österreich tätig ist.

Trotzdem hält sich der Mythos, mit dieser Gesellschaftsform die inländische Rechtsordnung, insbesondere Steuer-, Gewerbe- und Sozialrecht, lachend umgehen zu können!

Die Gründung der britischen Limited ist wirklich schnell erledigt und erfolgt meist über Agenturen, die ihre Dienste im Internet anbieten. Eine Mindestkapitalausstattung ist nicht vorgesehen. Bekanntlich muss eine österr. GmbH ein Mindeststammkapital von EUR 35.000,- haben, wovon die Hälfte, also 17.500,- auch tatsächlich einbezahlt sein müssen. Dieses einbezahlte Kapital kann man allerdings sofort verwenden um Investitionen oder Betriebsausgaben zu bezahlen. Im Vorteilhaftigkeitsvergleich zur Limited werden diese 17.500,- aber oft als verlorener Gründungsaufwand dargestellt, was falsch ist.

An dieser Stelle muss man anmerken, dass unser Gesetzgeber immer wieder eine "GmbH Light" für kleinere Unternehmen ankündigt - doch bei diesen Ankündigungen ist es auch geblieben. Bedarf wäre sicher vorhanden.

Doch zurück zu unserer Limited. Diese muss nach britischem Recht eine Geschäftsanschrift in GB haben und nach britischem Recht erstellte Jahresabschlüsse jährlich innerhalb einer bestimmten Frist einreichen. Geschieht das nicht, ist die Limited auch wieder schnell gelöscht und man steht rechtlich ohne Gesellschaft da, was zur vollen Haftung der Gesellschafter führt. Auch wenn diese Einreichung besagte Agenturen billig aus der österreichischen Bilanz basteln, eine Belastung ist es trotzdem.

Die Limited verfügt in Österreich über volle Rechts- und Handlungsfähigkeit, will sie allerdings hier geschäftlich tätig werden, hat sie eine inländische Zweigniederlassung zu errichten, die ins Firmenbuch einzutragen ist, und einen Geschäftsführer braucht. Damit unterliegt sie in jeder Hinsicht der österreichischen Rechtsordnung. Es ergibt sich der paradoxe Fall, dass sie handelsrechtlich zur Einhaltung der britischen Rechnungslegungsvorschriften verpflichtet ist, für die Steuer aber der Gewinn nach österreichischen Gesetzen zu ermitteln ist. Gewerberechtlich ist auch ein gewerberechtlicher Geschäftsführer zu bestellen.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass bei ausschließlicher Geschäftstätigkeit von Österreich aus, sich aus der ausländischen Rechtsform keine Vorteile ergeben.

Ein nicht unerheblicher Aspekt, den man sich vor der Gründung auch noch überlegen sollte, ist das hierzulande bestehende negative Vorurteil bezüglich Limiteds. Da es offenbar viele Glücksritter gegeben hat, die dem Mythos Limited aufgesessen sind, überlegen sich Geschäftspartner und Kunden den Kontakt sehr gut.

Achtung: Information für alle GmbH-Geschäftsführer

Juni 2011 / Das Firmenbuch nimmt seit 1.1.2011 die Fristen zur Einreichung der Jahresabschlüsse von Gesellschaften ganz genau. GmbH-Geschäftsführer sind verpflichtet, den Jahresabschluss spätestens neun Monate nach dem Bilanzstichtag beim Firmenbuch zur Veröffentlichung einzureichen

.
Geschieht dies nicht, wird seit 1.3.2011 automatisch ohne Mahnung eine Strafe von EUR 700,- verhängt und zwar je einmal an die GmbH und einmal an jeden Geschäftsführer. Diese Strafen können auch mehrmals verhängt werden, wenn man der Veröffentlichungspflicht nicht nachkommt.
Wir ersuchen Sie daher, uns Ihre Unterlagen rechtzeitig zur Verfügung zu stellen, damit wir den Jahresabschluss zeitgerecht fertig stellen können!

GmbH – lohnt sich das?

Oktober 2008 / Die Wahl der Rechtsform ist eine zentrale und sehr vielschichtige Frage, die von vielen Faktoren – unter anderem auch von den steuerlichen Vorschriften – abhängig ist. Das Gute dabei ist,

dass die Rechtsform später auch geändert, also angepasst, werden kann.

Grundsätzlich ist zu sagen, dass die GmbH eine sehr aufwändige Rechtsform (Notariatspflicht, Buchführung und Bilanzierung, Offenlegung beim Firmenbuch, um nur einige Kostenfaktoren zu nennen) ist.

Auch aus rein steuerlicher Sicht bringt sie nur bei entsprechender Unternehmensgröße und hohen Gewinnen Vorteile. Andererseits gibt es mittlerweile auch bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften steuerliche Vorteile.
Ein statischer Vergleich (ohne Berücksichtigung von Geschäftsführerbezügen) zeigt, dass bei einer vollausschüttenden GmbH die Steuerbelastung bis zu einem Einkommen von EUR 134.640,- bei einem Einzelunternehmen (einer Personengesellschaft) geringer ist als bei der GmbH.


... oder doch lieber Mitarbeiter und/oder Honorarempfänger !?

Dies ist ein sehr heikles Kapitel im Unternehmerleben. Dabei kommt es auch immer wieder zu Missverständnissen und Fehlinterpretationen.
Gleichzeitig ist aber höchste Vorsicht geboten: Obwohl die richtige Zuordnung selbst für Fachleute nicht immer eindeutig ist, kann eine Fehleinschätzung gravierende (und vor allem auch teure) Folgen haben.

Nachstehende Übersicht soll einen ersten Überblick bieten. Wir empfehlen aber dringend, sich im Einzelfall vorher genau zu informieren!




UGB: Rechtsformvergleich kann sich bezahlt machen! Welche Möglichkeiten bieten die neuen Regelungen Steuer zu sparen?!

September 2006 / Es gibt es aufgrund des UGB einiges zu überlegen und zu entscheiden.

Auch wenn Sie an anderer Stelle lesen können, dass aufgrund der langen Übergangsregelungen die Zeit (noch) nicht drängt, Überlegungen zur richtigen Strukturierung und Gestaltung des Unternehmens (und damit auch der Steuern) kann man weder zu früh noch zu oft anstellen

Es gibt es aufgrund des UGB einiges zu überlegen und zu entscheiden.

Auch wenn Sie an anderer Stelle lesen können, dass aufgrund der langen Übergangsregelungen die Zeit (noch) nicht drängt, Überlegungen zur richtigen Strukturierung und Gestaltung des Unternehmens (und damit auch der Steuern) kann man weder zu früh noch zu oft anstellen.

Aufgrund der zahlreichen Reformen und Änderungen der letzten Jahre wollen wir zusammenfassen:

Bei Kapitalgesellschaften (GmbHs) unterliegt der erzielte Gewinn einheitlich der 25%igen Körperschaftsteuer. Wird der Gewinn an die Gesellschafter ausgeschüttet, werden hievon nochmals 25% Kapitalertragssteuer fällig (endbesteuert). Unzählige Gestaltungsmöglichkeiten – auch in sozialversicherungsrechtlicher Hinsicht – gibt es hinsichtlich der Geschäftsführerbezüge. Aufgrund des Trennungsprinzips können Gesellschafter mit ihrer Gesellschaft steuerwirksame Geschäfte tätigen bzw. Verträge (Miet-, Pacht-, Darlehens-, Dienstverträge) tätigen bzw. abschließen, sofern diese dem Fremdvergleich standhalten.

Bei Personengesellschaften und Einzelunternehmen wird der erzielte Gewinn – unabhängig von der Höhe der Entnahmen – der Einkommensteuer (0-50%) unterworfen. Das oben erwähnte Trennungsprinzip gibt es hier nicht. Unter bestimmten – sehr einschränkenden – Voraussetzungen können die so genannten "nicht entnommenen Gewinne" mit dem halben Durchschnittssteuersatz besteuert werden. Bei Einkünften aus selbständiger Arbeit (Freiberufler!) steht diese Begünstigung nicht zu, allerdings hat der VfGH mittlerweile ein diesbezügliches Gesetzesprüfverfahren eingeleitet!

Bei Einnahmen-Ausgaben-Rechnern wiederum wird es ab 2007 den "Freibetrag für investierte Gewinne" geben. Weiters wird es künftig auch eine (beschränkte) Verlustabzugsmöglichkeit geben. Auch ist zu beachten, dass bei dieser Art der Gewinnermittlung der Zu- und Abfluss für die Besteuerung maßgeblich ist; es gibt daher z.B. keine Rückstellungen und Rechnungsabgrenzungsposten, Inventur und halbfertige Arbeiten bleiben unberücksichtigt.

Sie sehen also, es gibt mehr als genug Gestaltungsvarianten schon alleine aus steuerlicher Sicht. Wie wir aber immer wieder betonen, ist die Steuer zwar ein wichtiges, keinesfalls aber das allein entscheidende Kriterium.

Änderungen der Rechtsform können in der Regel mit Hilfe des Umgründungssteuerrechtes steuerneutral durchgeführt werden. Der diesbezüglich meist frei wählbare Stichtag darf nicht länger als neun Monate zurückliegen (Rückwirkungszeitraum).

Hier nun einige grundsätzliche Tipps (Natürlich muss jeder Einzelfall gesondert überlegt werden!):
Einnahmen-Ausgaben-Rechner sollten vermutlich begünstigte Investitionen auf das Jahr 2007 verschieben; vielleicht zahlt sich sogar ein Wechsel der Gewinnermittlung aus?

GmbHs eignen sich eher bei ertragsstarken, thesaurierenden Unternehmen. Zusätzliche Gestaltungsmaßnahmen ergeben sich aus dem Trennungsprinzip (Stichwort: Aufspaltung). Aufgrund der höheren Verwaltungskosten, der strengen handlungsrechtlichen Vorschriften sowie der erhöhten Rechnungslegungs- und Offenlegungspflichten sollten sie jedenfalls ein entsprechendes Volumen aufweisen.

Die Einkommensteuer nähert sich bei einem Einkommen von rd. EUR 134.500,- (43,74%) jenem der Körperschaftsteuer einer voll ausschüttenden Kapitalgesellschaft (43,75%). Zu beachten ist aber, ob es sich im konkreten Fall um vergleichbare Größen (Bemessungsgrundlage) handelt!
Ertragsschwache Unternehmen sollten nicht als Kapitalgesellschaften geführt werden – in den unteren Einkommensbereichen (bis ca. EUR 30.000,-) ist die Einkommensteuer billiger als die Körperschafsteuer. Aber Achtung: Vermutlich ist auch hier die Basis nicht so einfach zu vergleichen! Hingegen können Einzelunternehmer und Personengesellschafter mit hohen Gewinnen – insbesondere wenn sie den Lebensunterhalt aus anderen Geldquellen decken können – überlegen, die Begünstigung für nicht entnommene Gewinne in Anspruch zu nehmen.
Nicht vergessen sollte man auch, dass es einen Unterschied macht, ob ein bestimmtes Einkommen von einer oder mehreren Personen versteuert wird, was man zum Beispiel mit der Gründung einer Personengesellschaft erreichen kann. Übrigens bieten Gesellschaftsverträge von Personengesellschaften wesentlich mehr Gestaltungsspielräume als solche von Kapitalgesellschaften.

Bitte unbedingt um Info: Änderung Firmenbuch

Dezember 2005 / Wir ersuchen Sie, uns Änderungen im Firmenbuch (insbesondere hinsichtlich Gesellschafterstruktur und Geschäftsführer) sowie bei der Privatnutzung von betrieblichen Kraftfahrzeugen (betrifft Dienstgeber und Dienstnehmer
gleichermaßen) umgehend bekannt zu geben. Beide Fälle können zu
massiven Änderungen bei Steuer und Sozialversicherung führen!
Noch besser: Sie besprechen die geplanten Änderungen mit uns im Voraus!

GmbH: GF-Bezug und Entnahmen Vorteil durch KöSt-Senkung und Vorsicht bei Darlehen!

Dezember 2004 / Ab 2005 können Geschäftsführer einer GmbH, die mit mehr als 25% an ihrer Gesellschaft beteiligt sind, Einkommensteuer sparen. Dieser Vorteil wird durch die Senkung der Körperschaftsteuer von 34% auf 25% erreicht.
Der "optimale” bzw. “maximale" Bezug eines Gesellschafter-Geschäftsführers beträgt

Ab 2005 können Geschäftsführer einer GmbH, die mit mehr als 25% an ihrer Gesellschaft beteiligt sind, Einkommensteuer sparen. Dieser Vorteil wird durch die Senkung der Körperschaftsteuer von 34% auf 25% erreicht.
Der "optimale” bzw. “maximale" Bezug eines Gesellschafter-Geschäftsführers beträgt dann ca. 66.676,- EUR pro Jahr (das entspricht ca. 5.556,- EUR 12 x im Jahr). Den darüber hinausgehenden "Bezug" sollte sich der Gesellschafter-Geschäftsführer durch eine Gewinnausschüttung auszahlen lassen, denn diese Ausschüttung ist (nur) mit 43,75% Steuern belastet. Beim darüber hinausgehenden Gehalt wäre aber 50% Einkommensteuer zu bezahlen.
Selbstverständlich müssen für die Gewinnausschüttungen die entsprechenden Gewinne auch vorhanden sein!
Neben diesen ertragsteuerlichen Überlegungen müssen aber natürlich die sozialversicherungsrechtlichen Aspekte, sowie die Lohnabgaben (DB, Komm.Steuern) berücksichtigt werden!

Achtung: Äußerste Vorsicht bei Entnahmen!

"Entnimmt" der Gesellschafter aus "seiner Gesellschaft" Geld bzw. gewährt die Gesellschaft einem Gesellschafter (oder einem diesen Nahestehenden) ein Darlehen, ist höchste Vorsicht geboten!
Über die formalen Erfordernisse (Stichwort "nahe Angehörige") und den notwendigen Vertrag (samt Inhalt) haben wir bereits mehrfach berichtet.
Heute wollen wir auf einige weitere Stolpersteine hinweisen:

Die Rückzahlung des Darlehens muss nicht nur vereinbart, sondern auch gewollt und faktisch möglich sein!

Auch bei einem Kontokorrentverhältnis müssen sämtliche Vorschriften eingehalten werden! Das heißt, auch kleine, laufend getätigte "Entnahmen" werden, auch bei teilweiser Rückzahlung, zu einem Problem.

Ein grundsätzlich möglicher "Vorteilsausgleich" (z.B. keine Verzinsung des Darlehens in Verbindung mit einem geringen Geschäftsführerbezug) ist kein Allheilmittel: Es gibt nicht nur strenge Kriterien, wann dieser anerkannt wird, sondern es bedarf selbst einer entsprechend eindeutigen, im Voraus getroffenen, schriftlichen Vereinbarung.

• Auch handelsrechtlich ist die Angelegenheit hochbrisant: Eine verbotene Einlagenrückgewähr bleibt ewig nichtig und führt zu entsprechender Haftung!

Tipp: Fragen Sie uns vorher!

Steuerreform 2005 konkret: Strategische Überlegungen zum neuen Körperschaftsteuertarif

Juni 2004 / Wie nun allgemein bekannt sein dürfte wurde im Zuge der Steuerreform 2005 der Körperschaftsteuertarif von 34 % auf 25 % gesenkt. Dies gilt erstmals für Gewinne, die ab dem 1.1. 2005 entstehen. Zur Vermeidung von Vorzieheffekten werden bei vom Kalenderjahr abweichenden Wirtschaftsjahr Aliquotierungen zu ermitteln sein. Noch ist also Zeit zu überlegen,

wie man für sein Unternehmen den größten Nutzen aus dieser Reform ziehen kann, zumal auf dem Sektor der Einkommensteuer die Senkungen weit bescheidener ausgefallen sind.
Zunächst muss man festhalten, dass die Steuerminimierung zwar ein wichtiger Aspekt ist, aber eben nur ein Aspekt. Daneben sind Themen wie Berufsrecht, Haftung, Generationsnachfolge, Sozialversicherungsrecht, Nachfolgefragen und vieles mehr zu beachten.
Der neue Tarif in der Höhe von 25 % klingt verlockend und kann sich auch international durchaus sehen lassen. Allerdings gilt dieser günstige Prozentsatz nur, solange der Gewinn in der Gesellschaft verbleibt und auf neue Rechnung vorgetragen wird. In der Fachsprache spricht man in solchen Fällen von Gewinnthesaurierung.
Ein Paradebeispiel wäre dazu ein Unternehmen, dass seine Gewinne ständig investiert um z. B. neue Filialen zu gründen. Dieses Unternehmen hätte ständig 75 % seines Gewinnes nach Steuer für diese Investitionen zur Verfügung. Allerdings ist das nur ein theoretischer Fall, denn sicher werden Sie mit mir übereinstimmen, dass das zumindest langfristig eine unbefriedigende Sache ist, denn kein Mensch betreibt ein Unternehmen ohne daraus in irgendeiner Form finanzielle Vorteile ziehen zu wollen.
Das könnte bei Gesellschafter- Geschäftsführern in Form des Gesellschafterbezuges geschehen. Dafür ist wiederum Einkommensteuer zu bezahlen. Eine weitere Möglichkeit wäre den Gewinn auszuschütten.
Bei der Gewinnausschüttung hat sich bis einschließlich 2004 durch das Zusammenfallen von Körperschaftsteuer und Kapitalertragsteuer ein Gesamtbelastungsprozentsatz von 50,5 % ergeben. Da der höchste Einkommensteuersatz ab 51.000,- EUR aber "nur" 50 % beträgt, hat man Ausschüttungen daher eher vermieden.
Ab 2005 sinkt dieser Wert jedoch erfreulicherweise auf 43,75 %, d.h. daran anknüpfend zahlen sich Überlegungen durchaus aus.
Bei unseren Überlegungen dürfen wir nicht vergessen, dass der Einkommensteuertarif in Stufen steigt, und es sogar ein steuerfreies Einkommen von 8.888,- EUR bis 2004 gibt, das ab 2005 sogar 10.000,- EUR beträgt.
Unternehmen mit kleineren Gewinnen "fahren" daher mit einem Einzelunternehmen oder einer Personengesellschaft steuerlich mit dem Einkommensteuertarif noch immer besser. Bei Gewinnen unter 30.000,- EUR wird ab 2005 die Einkommensteuer unter 25 % liegen, ist daher deutlich günstiger als die Körperschaftsteuer, und rein steuerlich betrachtet würde eine GmbH nicht unbedingt von Vorteil sein.
Jetzt ist natürlich interessant zu betrachten, bei welcher Gewinnhöhe des Einkommensteuertarifes der oben beschriebene Vollausschüttungsprozentsatz von 43,75 % erreicht ist. Das ist bei 134.000,- EUR der Fall. Liegen ihre Gewinne also darunter, versäumen Sie ohne GmbH nicht unbedingt etwas, liegen sie ständig darüber, wäre der Gang in die GmbH zumindest eine Überlegung wert. Bei einem Gewinn, beispielhaft herausgegriffen, von 220.000,- EUR beträgt der Durchschnittssatz der Einkommensteuer bereits 46,18 % und ist somit schon deutlich ungünstiger als bei der Vollausschüttungsvariante.
Die ab 1.1. 2004 geltende Begünstigung des nicht entnommenen Gewinnes für bilanzierende Einzelunternehmen und Personengesellschaften (nicht für GmbH und Freiberufler!) darf nicht übersehen werden und erhöht bei Anwendbarkeit die Vorteile dieser Unternehmensformen.
Auch bei stark schwankenden Ergebnissen, bzw. wenn manchmal sogar Verluste anfallen ist die GmbH eher nicht zu empfehlen. Bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften fällt in Verlustsituationen keine Mindestkörperschaftsteuer an, und die Verluste sind mit anderen Einkunftsarten ausgleichsfähig.
Bei Gesellschafter-Geschäftsführern großer, gewinnträchtiger GmbHs sollte überprüft werden, ob nicht ein Absenken der Bezüge und eine Ausschüttung steuerlich vorteilhafter wäre. Lt. derzeitiger Aussage des BMF ist eine Vereinbarung eines geringeren Geschäftsführerbezuges selbst bei gleichbleibender Leistung möglich.
Zusammenfassend lässt sich unter Außerachtlassung sämtlicher individueller Überlegungen grob Folgendes sagen:
Liegt der Gewinn nachhaltig nicht über 150.000,- EUR ist eher Einzelunternehmen und Personengesellschaft zu empfehlen. Das gilt mit Einschränkungen sogar noch für Gewinne bis 250.000,- EUR. Nachhaltige Gewinne zwischen 250.000,- EUR und 500.000,- EUR sprechen eher für die GmbH, jedenfalls aber Gewinne über 500.000,- EUR. Bei Geschäftsführerentschädigungen über 51.000,- EUR pro Jahr (niederer falls der Geschäftsführer andere Einkünfte hat!) sollte man überdenken, ob nicht ein Teil auf Ausschüttungen umgelegt werden könnte.
Wir wünschen viel Spaß bei Ihren Überlegungen zum Steuersparen und unterstützen Sie dabei gerne.

Lohnnebenkosten für Gesellschafter-Geschäftsführer

Juni 2003 / Viele von unseren Lesern kennen das Thema aus eigener leidvoller Erfahrung. Auch wenn man als Geschäftsführer einer GmbH kein "echtes" Dienstverhältnis hat, weil die Höhe der Beteiligung dies nicht zulässt, ist von der Geschäftsführervergütung Kommunalsteuer,

Viele von unseren Lesern kennen das Thema aus eigener leidvoller Erfahrung. Auch wenn man als Geschäftsführer einer GmbH kein "echtes" Dienstverhältnis hat, weil die Höhe der Beteiligung dies nicht zulässt, ist von der Geschäftsführervergütung Kommunalsteuer, Dienstgeberbeitrag und der Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag , in Summe immerhin 7,92 % der Vergütung, zu bezahlen. Auch Berufungen haben nichts genützt. In unzähligen Erkenntnissen hat der Verwaltungsgerichtshof, für uns unverständlich, die Richtigkeit dieser Vorgangsweise bestätigt. Jetzt endlich ist ein Verwaltungsgerichtshoferkenntnis erschienen, das für einen Fall von dieser Beitragspflicht absieht. Aber leider, unsere Hoffnungen, Ihnen ein abgabenschonendes Modell präsentieren zu können, sind geschwunden. Der zugrunde liegende Sachverhalt ist ausgesprochen speziell und die erfolgsabhängige Vergütung in dieser Form niemanden zu raten. Die Geschäftsführervergütung errechnet sich aus dem vom Geschäftsführer getätigten Umsatz, abzüglich der direkt zurechenbaren Einzelkosten, abzüglich der dem Umsatzanteil zurechenbaren Gemeinkosten, abzüglich thesaurierter Gewinne laut Gesellschafterbeschluss. Diese Regelung hält einer Alltagstauglichkeit nicht stand. Und so heißt es leider auch weiterhin - Vergütungen an Gesellschafter-Geschäftsführer sind im Zweifel kommunalsteuer- und DB/DZ-pflichtig.

Besteuerung von Gutschriften aus Kundenbindungsprogrammen

September 2002 / Mit den Bonusmeilen der Fluglinien hat es begonnen - nun sind auch andere Treuegutschriften im Visier der Finanzverwaltung. Mäxchen, Mobilpoints, One-for-me-Punkten, und wie sie alle heißen, soll es nun an den Kragen gehen. Natürlich nur, wenn sie im betrieblichen Bereich entstehen, aber privat konsumiert werden. Vorbild dafür ist der deutsche Steuergesetzgeber. Bleibt nur zu hoffen, dass eine eventuelle gesetzliche Regelung in der Praxis leicht handhabbar ist.

Hat Ihr Unternehmen auch die “rechte Form”? Überlegungen zur Gestaltung der Rechtsform eines Unternehmens

September 2002 / Nicht immer muss die Rechtsform, die sie womöglich vor vielen Jahren für ihr Unternehmen ausgewählt haben, auch heute noch die günstigste sein. Änderungen in der Sphäre des Unternehmens und des Unternehmers bringen es mit sich

, dass immer wieder Überlegungen nach der "optimalen" Rechtsform angestellt werden sollten.
Die rechtliche Grundlage dazu bildet das so genannte Umgründungssteuergesetz.
Danach ist z.B. die Einbringung eines Einzelunternehmens oder einer Personengesellschaft in eine GmbH möglich. Das bedeutet, dass das bisherige Unternehmen untergeht und die eingebrachten Aktiven und Passiven des eingebrachten Betriebes zum Betriebsvermögen der neuen GmbH werden.
Praktisch ist, dass das Umgründungssteuergesetz eine Rückwirkung ermöglicht. Der Einbringungsstichtag darf maximal 9 Monate vor der Anmeldung der Einbringung beim Firmenbuch liegen. Wenn daher die Einbringung zum Stichtag 31.12.2001 erfolgen soll, wäre spätestens per Ende September 2002 die Einbringung beim Firmenbuch anzumelden. Das einzubringende Unternehmen muss einen positiven Verkehrswert besitzen - das bringt mit sich, dass bei verlustbringenden Unternehmen Sonderüberlegungen angestellt werden müssen.
Die Einbringung wird insbesondere dann in Betracht kommen, wenn das Unternehmen seit der Gründung stark gewachsen ist, der Gewinn mittlerweile größer ist, als der Entnahmewunsch des Unternehmers und auch für zukünftige Investitionen im Unternehmen verbleiben soll. Bei diesem Szenario sind nämlich die Steuervorteile einer GmbH am größten.
Was aber tun, wenn die Lage nahezu umgekehrt zum oben geschilderten Bild ist - nämlich eine bereits bestehende GmbH laufend Verluste erzielt, trotzdem die Mindestkörperschaftsteuer bezahlt werden muss, womöglich Verlustvorträge vorhanden sind, die aber nur die GmbH, nicht aber die Gesellschafter steuerlich verwerten können - kurz gesagt, der Mantel der GmbH nicht mehr passt. In diesem Fall bietet das Umgründungssteuergesetz durch die Möglichkeit der Umgründung dieser GmbH in ein Einzelunternehmen oder eine Personengesellschaft eine Lösung an , die in diesem Fall die richtige sein könnte. Verlustvorträge stehen dann den ehemaligen Gesellschaftern zu und auch die Mindestkörperschaftsteuer wird wie eine Vorauszahlung angerechnet. Ein entsprechendes Einkommen vorausgesetzt, das gegen die Verlustvorträge gegengerechnet werden kann, können sich wohltuende Steuerersparnisse ergeben.
Maßnahmen nach dem Umgründungssteuergesetz sind die "Hohe Schule" des Steuerrechts. Was hier absichtlich kurz und vereinfacht dargestellt wurde, muss in der Praxis nach allen Seiten hin untersucht werden, so dass es einer entsprechenden Vorlaufzeit bedarf. Auch sozialversicherungsrechtliche Überlegungen dürfen nicht fehlen. Stimmen die Voraussetzungen, ergeben sich aber entscheidende Vorteile.

Die Haftung des Geschäftsführers

August 2002 / „Mir kann nichts passieren, ich führe mein Unternehmen im Rahmen einer GmbH“- Dieser Satz steht für eine grobe Verkennung der tatsächlichen rechtlichen Situation.

Im GmbHG, in der Bundesabgabenordnung und in vielen anderen Gesetzen sind die Pflichten des Geschäftsführers und damit zusammenhängende persönliche Haftungen geregelt. Sicher, das Unternehmensrisiko trägt allein die Gesellschaft, der Geschäftsführer haftet der GmbH gegenüber dafür, dass bei der Geschäftsführung die Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmannes angewendet wird. Können Sie aus dieser Formulierung Ihr Haftungsrisiko ableiten? Wohl kaum - auch die Rechtsprechung ist in dieser Hinsicht sehr kompliziert. Umso ernster sollte man deshalb die gesetzlichen Pflichten auch in formaler Hinsicht nehmen.

Checkliste:

Die gesetzlichen Pflichten des GmbH-Geschäftsführers

- Vertretung der Gesellschaft

- Anmeldung von gesellschaftlichen Belangen beim Firmenbuch sowie Abgabe von Erklärungen gegenüber dem Firmenbuch

- Verantwortung für ein internes Kontrollsystem (ab 1.7.98)

- Verantwortung für eine ordnungsgemäße Buchführung und Aufstellung sowie Prüfung des Jahresabschlusses

- Einberufung der Generalversammlung

- Antrag auf Konkurs bzw. Ausgleichseröffnung bei Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung

Der Geschäftsführer ist gegenüber der Gesellschaft schadenersatzpflichtig, wenn er eine Pflicht, die ihm persönlich gegenüber der Gesellschaft obliegt, verletzt hat. Durch die Pflichtverletzung muss ein Schaden entstanden sein, und der Geschäftsführer muss schuldhaft gehandelt haben.

Durch eine Verschärfung der gesetzlichen Vorschriften, gewinnt der Aspekt der Haftung für Umweltschäden immer mehr an Bedeutung. Durch Bestimmungen in einer Vielzahl von Gesetzen ist eine direkte Haftung des Geschäftsführers vorgesehen. Vorsicht ist also angesagt.

Eine Falle besonderer Art stellt ? 9 der Bundesabgabenordnung dar. Darin heißt es nämlich, dass Geschäftsführer für die Abgaben der von ihnen vertretenen Gesellschaften haften, wenn die Abgaben infolge schuldhafter Verletzung der auferlegten Pflichten uneinbringlich sind. Eine schuldhafte Verletzung wird in der Praxis rasch unterstellt. Verschärfend wirkt noch, dass der Geschäftsführer beweisen muss, weshalb er nicht Sorge für die rechtzeitige Entrichtung tragen konnte. Es tritt in diesem Fall also unangenehmer Weise eine Beweislastumkehr ein. Lohnsteuer, Umsatzsteuer, Kapitalertragsteuer, aber aus ähnlichen Gründen Getränkesteuer und Sozialversicherungsabgaben verdienen besondere Sorgfalt. Ein Geschäftsführer, dessen Gesellschaft in Liquiditätsschwierigkeiten ist, ist also wahrlich nicht zu beneiden, läuft er doch Gefahr, beim kleinsten Fehler persönlich zur Haftung herangezogen zu werden.

Unter "schuldhaft" versteht die Rechtsprechung in diesem Zusammenhang auch schon leichte Fahrlässigkeit. Die Lohnsteuer und Sozialversicherung der ausbezahlten Löhne und Gehälter muss auf alle Fälle abgeführt werden, ansonsten muss der Geschäftsführer die ihm zur Verfügung stehenden Mittel anteilig zur Begleichung aller fälligen Verbindlichkeiten, einschließlich der Abgabenschulden verwenden. Kommt man in so eine brenzlige Situation ist es allerdings mehr als ratsam, sich genauestens bei einem spezialisierten Anwalt zu erkundigen, schließlich geht es im Zusammenhang mit Liquditätsschwierigkeiten auch um den richtigen Zeitpunkt der Einleitung eines Insolvenzverfahrens.

Wenn bei einer Gesellschaft mehrere Geschäftsführer bestellt sind, ist es ratsam eine Kompetenzaufteilung in Form einer Geschäftsverteilung vorzunehmen und in schriftlicher Form auch nach außen zum Ausdruck zubringen. So erreicht man beim Nichtzuständigen, wenn schon keinen Ausschluss, so doch eine Minderung des Haftungsrisikos. Trotzdem müssen sich alle Geschäftsführer regelmäßig über die wirtschaftliche und finanzielle Lage des Unternehmens informieren und sich von der Sorgfalt der anderen Geschäftsführer überzeugen.

Die Übernahme einer persönlichen Haftung für Bankverbindlichkeiten der Gesellschaft hat zwar nichts mit der Haftung des Geschäftsführers im eigentlichen Sinn zu tun, sollte aber trotzdem erwähnt werden. Geschäftsführer, aber auch Gesellschafter stehen oft vor der Entscheidung gegenüber Banken, zur Erlangung eines Kredites oder eines Überziehungsrahmens persönliche Haftungen übernehmen zu müssen. Beschränkte Haftung ade - versuchen Sie wenigstens das Privatvermögen rechtzeitig z. B. durch ein grundbücherlich eingetragenes Veräußerungs- und Belastungsverbot für das Privathaus, so gut es geht, zu sichern.

Führt GmbH zu Identitätskrise

August 2002 / Eine GmbH ist eine juristische Person und daher auch als solche zu führen. Selbst wenn Ihnen 100% der Anteile gehören bleibt „Ihre“ Gesellschaft von Ihnen unabhängig,

und Sie können sich nicht so verhalten wie Ihr Bekannter, der seinen Betrieb als Einzelunternehmen oder Personengesellschaft führt. Was sind die häufigsten Fehler in der Praxis:

- Sie lassen private Ausgaben vom Konto der GmbH abbuchen.

- Sie entnehmen aus der Kassa der Gesellschaft, wie Sie es eben benötigen, Geld für private

Zwecke.

- Sie haben bei einem Kunden bar kassiert und vergessen das Geld in die Kassa einzulegen.

Alle diese Kleinigkeiten müssen zwangsläufig auf dem Gesellschafterverrechnungskonto landen, sind also eine Forderung der GmbH an Sie. Diese Forderung muss auch noch verzinst werden.

Diese Zinsen erhöhen natürlich die Forderung der Gesellschaft.

Würde keine Verzinsung vorgenommen werden, wertet das Finanzamt diese Summe als verdeckte Gewinnausschüttung. Eine derartige verdeckte Gewinnausschüttung würde 25% KESt kosten. Aber auch Probleme gebührenrechtlicher Art und lästige Anfragen des Finanzamtes für Gebühren- und Verkehrssteuern können die Folge sein. Darum nochmals gesagt:

Auch wenn Ihnen die GmbH gehört - sind Sie niemals Ihre GmbH !

Ein Budget ist kein Luxus

August 2002 / Ein Budget zu erstellen, und ein nach bestimmten Richtlinien zu erstellendes Rechnungswesen zu führen ist vom Gesetzgeber für GmbHs vorgesehen. Dabei sollte man aber bedenken,

dass Planungsrechnungen jeder Art auch bei kleineren Unternehmen keineswegs überzogen, sondern lediglich ein Zeichen einer professionellen Unternehmensführung sind.

In Zeiten eines immer härteren Wettbewerbes und immer knapper kalkulierten Preisen (Globalisierung, Euro) muss der Unternehmenserfolg (das Unternehmensergebnis) geplant werden. Durch Zufall stellt sich nur selten der Erfolg (von selbst) ein! Denken Sie in diesem Zusammenhang an den Hochspringer, der „seine Höhe“ (wissenschaftlich erwiesen) nur mit aufgelegter Latte (und nie ohne) erreicht!

Auch wenn die Vergangenheit als Anhaltspunkt dienen kann, planen müssen Sie für die Zukunft (bzw. die Zukunft planen). Mindestens ebenso wichtig wie die Planung der Zukunft
(= Sollwerte, Zielwerte) ist der nachfolgende, regelmäßige, institutionalisierte Soll-Ist-Vergleich. Was nützt die perfekteste Planung, wenn kein Vergleich mit dem tatsächlich Erreichten erfolgt? Ein regelmäßiger Soll-Ist-Vergleich ermöglicht ein rechtzeitiges und zielorientiertes Gegensteuern, das vom Setzen einzelner Maßnahmen bis hin zur Revidierung der Ziele reichen kann. Nur was Sie messen können, können Sie managen!

Binden Sie in die Planung immer (zumindest einige) Ihre(r) Mitarbeiter ein! Sie stehen nicht nur an vorderster Front und wissen so vielleicht mehr als Sie glauben, es ist auch eine Frage der Motivation. Bei entsprechender Einbindung in den Planungsprozess werden die Unternehmensziele auch zu den Zielen Ihrer Mitarbeiter! Eine entsprechende Transparenz und Information an die Mitarbeiter versteht sich in jedem Fall von selbst. Wenn Ihre Mitarbeiter die Ziele des Unternehmens nicht kennen, können sie sie auch nicht verfolgen; Gleiches (wahrscheinlich sogar noch wichtiger) gilt hinsichtlich der Ergebnisse der Soll-Ist-Vergleiche.

Wie funktioniert nun ein solcher Planungsprozess? Ausgehend von Ihrem Leistungsbudget (Planung der Umsätze und der damit zusammenhängenden Kosten) werden die sonstigen betrieblichen Erträge sowie Aufwendungen in Ansatz gebracht. Dazu kommen noch die sogenannten „Bestandsveränderungen im weiteren Sinn“ (also Veränderungen des Lagerbestandes, der Halb- und Fertigerzeugnisse, der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen).

Wenn es Ihnen bis hierhin schon zu verwirrend oder zu aufwendig erscheint, schütten Sie nicht gleich das Kind mit dem Bad aus. Wir helfen gerne bei der Erstellung Ihres Budgets, und die Erfahrung hat gezeigt, dass bei gemeinsamer Erarbeitung die Sache gar nicht mehr so kompliziert erscheint.

Wenn wir nämlich jetzt noch die Investitionen sowie die Gewinnausschüttungen (Entnahmen) und die Rückzahlungen langfristiger Darlehen (Kredite) planen, können wir hieraus bereits Planbilanz, Plan-G+V und Plan-Kapitalflussrechnung entwickeln, welche dann die geplante Unternehmensentwicklung sowie den Finanzmittelbedarf (oder vielleicht auch einen Überschuss) wiederspiegeln.

Wie gesagt, lassen Sie sich vor der Komplexität eines Budgets nicht abschrecken, es zahlt sich in jedem Fall aus: Jedes Unternehmen, das bisher mit uns gemeinsam eine solche Planungsrechnung aufgestellt hat, hat davon profitiert. Alleine das Durchleuchten des Unternehmens, das Deutlichmachen der Zusammenhänge und das Festschreiben der Ziele, hat noch bei jedem dieser Unternehmen zu einer deutlichen Ergebnisverbesserung geführt.

Auch hier gilt wie so oft: kleine Ursache – große Wirkung! Aber eben das Wissen um die Zusammenhänge, bzw. die Transparenz der Abhängigkeiten einzelner Faktoren voneinander, machen den Erfolg aus.

Mit festgeschriebenen Zielen und deren laufender Kontrolle steht Ihrem nachhaltigen Geschäftserfolg nichts mehr im Wege.

Das interne Kontrollsystem

August 2002 / Seit 1. Juli 1998 haben die Geschäftsführer nicht nur für ein Rechnungswesen, sondern auch für ein internes Kontrollsystem, das den Anforderungen des Unternehmens entspricht, zu sorgen (? 22 (1) GmbHG). Was ist nun das interne Kontrollsystem?



„Das interne Kontrollsystem, für dessen Einrichtung, Überwachung und Dokumentation die Geschäftsführung des Unternehmens verantwortlich ist, umfasst alle in der Unternehmensorganisation vorgesehenen Maßnahmen, die dazu bestimmt sind,

- das vorhandene Vermögen zu sichern,

- die betriebliche Leistungsfähigkeit zu steigern und

- die Einhaltung der Geschäftspolitik sowie die Richtigkeit und Vollständigkeit der Aufzeichnungen zu gewährleisten.

Die Bedeutung des internen Kontrollsystems wächst mit der Größe des Unternehmens.“

Damit sind eine Unzahl von Maßnahmen und Handlungen angesprochen. Diese nahezu allumfassende Definition muss natürlich auf das Ausmaß des sinnvoll Realisierbaren übersetzt werden. Auch ergibt sich allerdings daraus, dass die Überwachungsfunktion, deren eine Teil das interne Kontrollsystem ist, eine zentrale Management-(Chef-) aufgabe darstellt.

Das beste IKS besitzt das 1 Mann-Unternehmen. Aber bereits ab dem ersten Mitarbeiter müssen, wie wir aus Erfahrung berichten können, bereits erste Überwachungsschritte installiert werden. Auch langjährige, treue Mitarbeiter sind nicht vor Fehlern gefeit; es muss sich ja nicht gleich um vorsätzliche Unterschlagungen handeln, sondern können auch eingefahrene Gleise und langjährige Übung (Betriebsblindheit) zu Fehlleistungen führen, und selbst gutgemeinte Aktionen können u.U. das Gegenteil bewirken.

Die betriebliche Überwachung gliedert sich einerseits in die (nachträgliche) interne oder externe Revision sowie andererseits in die (laufende) Kontrolle. Die Kontrolle selbst ist im wesentlichen ein laufender Soll-Ist-Vergleich, dem eine Abweichungsanalyse und die Einleitung von Korrekturmaßnahmen folgen. Durch die Korrektur- und Planbeurteilungsfunktion wird das betriebliche Kontrollsystem zu einem entscheidenden Instrument der Unternehmensführung.

Wie schaffe ich nun ein wirksames internes Kontrollsystem? Grundsätzlich werden dabei folgende Schritte notwendig sein:

1. Erfassung des Ist-Zustandes (Organisation, vorhandene Kontrolleinrichtungen).

2. Schaffung bzw. Korrektur der Aufbau- und Ablauforganisation in jeder einzelnen Stelle.

3. Zusammenfassung der verschiedenen Einzelpläne zu einem Gesamtplan.

4. Festlegung der Schwerpunkte des IKS und der besonderen Risikobereiche (Risikoanalyse hinsichtlich Schadenshäufigkeit und -höhe).

5. Schaffung der Kontrollpläne.

6. Fixierung der Kommunikationswege für die Kontrollinformationen.

Nach diesem theoretischen Ausflug kehren wir nun wieder in das einzelne Unternehmen, den Unternehmensalltag zurück.

Aus den vorangegangenen Überlegungen ist klar ersichtlich, dass es sich hier um ein sehr unternehmensspezifisches Thema handelt, und jedes Unternehmen sein eigenes internes Kontrollsystem benötigt. Für unsere Klienten übernehmen wie einzelne dieser Funktionen und werden somit Teil deren IKS.

Hier sind nun einzelne Kontrollgrundsätze angeführt:

- Abstimmung (Anpassung) der Solldaten an die zu untersuchenden Ist-Daten (im organisatorischen Sinn)

- Trennung der Abläufe zwischen der Ausführung und Kontrolle.

- Einfügen von automatischen Kontrollen.

- Gleichschaltung von Kompetenz- und Verantwortungsbereichen

- Funktionstrennung:

Gerade das Rechnungswesen kann hier als klassische Beispiel dienen; Trennung Buchhaltung – Lohnverrechnung – Kassaführung – EDV !

- 4-Augen-Prinzip (Unterschriftsregelungen!)

- Definition der wesentlichen Handlungsabläufe im Unternehmen (wer, was, wann, wo, wie) und Zuordnung der Kontroll- und Verantwortungsbereiche (Ablaufdiagramme, Organigramme, Stellenbeschreibungen, Organisationshandbuch)

- Festsetzen diverser Limits (Kassabestand, Rabatte, Zahlungsziele, etc.).

Sicherlich gilt es, das Augenmaß zwischen den erforderlichen Sicherungs- und Kontrollmaßnahmen einerseits und einer bürokratischen Überbelastung andererseits zu finden. Die Praxis zeigt aber, dass das Durchleuchten der Abläufe eine wertvolle Erfahrung für das Unternehmen darstellt, Gesetzmäßigkeiten und Erfordernisse bewusst macht und eventuelle Fehlentwicklungen aufzeigt. Frühe Aufklärung und laufende Kontrollen sollen daher helfen, Überraschungen in der Unternehmensentwicklung zu vermeiden und auf geänderte Rahmenbedingungen rechtzeitig und richtig zu reagieren. Gerade Kleinst- und Kleinbetrieben fehlt es oft nicht nur an vorausblickender, strategischer Unternehmensplanung sondern auch an der entsprechenden Organisation.

Und noch etwas: Besonders in raschen Wachstumsphasen eines Unternehmens ist es gerade die Organisation, die mit dem Wachstum nicht Schritt hält. Speziell hier ist ein funktionierendes internes Kontrollsystem vonnöten, um sicherzustellen, dass nicht nur die Arbeit, der Umsatz und die Forderungen kräftig wachsen, sondern auch das Bankkonto (in der richtigen Richtung!).

Die Unternehmensführung mit Hilfe eines internen Kontrollsystems ist in einem hohen Maß genau, zielgerichtet und effizient. Die Handhabung desselben erfordert aber in vielen Fällen ein Umdenken in der Führungsetage, eine neue Führungsphilosophie, die sich auf allen Ebenen auswirken muss! Es gilt, ganz bestimmte Leistungen zu erbringen und bestimmte Ziele zu erreichen. Mitarbeiter aller Ebenen arbeiten und planen miteinander, die Erreichung der gemeinsam erarbeiteten Ziele wird zum persönlichen Anliegen jedes einzelnen Unternehmensangehörigen!

Gesetz gegen Verdrängung der Krise

August 2002 / Auch rational denkende Unternehmer und Geschäftsführer neigen dazu, trotz vieler Anzeichen, vor Krisen die Augen zu schließen und Wolken am Horizont nicht sehen zu wollen. Bei Eintritt von Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung

ist ein Insolvenzverfahren einzuleiten. Liegen die Voraussetzungen für die Konkurseröffnung vor, so ist dieses ohne schuldhaftes Zögern, spätestens aber 60 Tage nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit zu beantragen. Schuldhaft verzögert ist der Antrag dann nicht, wenn die Eröffnung eines Ausgleichsverfahrens sorgfältig betrieben wird. Andernfalls drohen strafrechtliche Konsequenzen.

Als Folge der alarmierenden Insolvenzstatistiken der Jahre 95 und 96 ist in 10/97 das sogenannte Unternehmensreorganisationsgesetz in Kraft getreten, das, wohlgemerkt, kein neues Insolvenzverfahren schafft. Das Reorganisationsgesetz ist für Unternehmen in einer Krise, jedoch vor Eintritt der Insolvenz vorgesehen. Eine zwingende Verpflichtung, ein Reorganisationsverfahren einzuleiten, besteht nicht. Mit Einleitung des Reorganisationsverfahrens ist an sich keine Publizität verbunden, es wird aber ein Gerichtsakt angelegt.

Das Reorganisationsverfahren wird auf Antrag der Geschäftsführung bei Gericht eingeleitet. Das Gericht hat von Amts wegen einen Reorganisationsprüfer zu bestellen. Innerhalb von 60 Tagen ist ein Reorganisationsplan vorzulegen. Im Reorganisationsplan sind zwingend die Ursachen des Reorganisationsbedarfes, Maßnahmen, die zur Verbesserung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage geplant sind, sowie deren Erfolgsaussichten darzustellen. Der Reorganisationszeitraum sollte 2 Jahre nicht übersteigen. Der Reorganisationsprüfer hat zu prüfen, ob das Unternehmen insolvent ist, die Durchführung der Maßnahmen laufend zu überwachen und ein Gutachten zu erstellen, ob der Reorganisationsplan durchführbar ist.

Das Gesetz vermutet einen Reorganisationsbedarf, wenn die Eigenmittelquote weniger als 8% beträgt und die fiktive Schuldentilgungsdauer mehr als 15 Jahre. Diese Kennzahlen sind aus unserer Bilanzanalyse ersichtlich und sollten Sie interessieren. Bei prüfungspflichtigen

Gesellschaften (siehe Kasten Größenklassen S.4) haften die Geschäftsführer gegenüber der Gesellschaft bis zu 1 Mio ATS, wenn trotz des Erreichens dieser Kennzahlen kein Reorganisationsverfahren eingeleitet wird, und das Unternehmen innerhalb von 2 Jahren nach dem erstmaligen Auftreten der Krisenzahlen Pleite geht.

Ob das Reorganisationsverfahren in der Praxis Bedeutung haben wird, wird von vielen Fachleuten bezweifelt. Nicht zuletzt dürften die Kosten des Verfahrens sehr hoch sein. Andererseits hilft eine Methode mit Sicherheit nicht - nämlich "Augen zu und durchtauchen".

GmbH und Steuern

August 2002 / Die Wahl der richtigen Rechtsform für ein Unternehmen ist eine der komplexesten Entscheidungen überhaupt. Aber auch wenn Sie sich einmal für die GmbH entschieden haben, gibt es noch eine Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten und eine Fülle von Varianten,

sodass nachstehender Artikel nur einen Überblick über die wichtigsten Vorschriften und vielleicht einige Denkanstöße geben kann. Ganz sicher aber muss jeder Fall für sich durchdacht und entschieden werden.

Grundsätzlich unterliegen GmbHs der 34%-igen (linearen) Körperschaftsteuer, jedenfalls aber der Mindeststeuer von derzeit ATS 25.000,- p.a. Daraus kann (vorerst) geschlossen werden, dass eine GmbH in steuerlicher Hinsicht dann günstig ist, wenn große Gewinne zu erwarten sind, insbesondere, wenn diese nicht ausgeschüttet, also thesauriert werden sollen, sondern beispielsweise zur Finanzierung von betrieblichen Investitionen verwendet werden.

Bei der Ausschüttung selbst müssen 25% Kapitalertragsteuer einbehalten werden (siehe Beispiel Kasten). Der Gesellschafter selbst hat die Wahlmöglichkeit zwischen Endbesteuerung oder Versteuerung der Ausschüttung zum halben Durchschnittssteuersatz, wobei die von der GmbH einbehaltene Kapitalertragsteuer als Vorauszahlung auf die Einkommensteuer angerechnet wird. Dies wird sich insbesondere bei einem niedrigen Gesamteinkommen des Gesellschafters empfehlen.

Aufgrund des Trennungsprinzipes können selbstverständlich negative Einkünfte des Gesellschafters eben so wenig mit Gewinnen der GmbH verrechnet (ausgeglichen) werden, wie z.B. die Verluste der GmbH mit den Geschäftsführerbezügen!

Ein weiterer, wesentlicher Aspekt bei der steuerlichen Betrachtung der GmbH ist die "Beteiligungsertragsbefreiung" bzw. das "internationale Schachtelprivileg". Dies bedeutet, dass Erträge aus Beteiligungen unter gewissen Voraussetzungen bei der GmbH steuerfrei bleiben. Dies ist einer der häufigsten Gründe, warum sogenannte "Holdinggesellschaften" gegründet werden.

Aufgrund des bereits angesprochenen "Trennungsprinzipes" zwischen Gesellschaft und Gesellschafter ist es auch möglich, dass die Gesellschafter mit "ihrer" Gesellschaft Geschäfte tätigen und Verträge abschließen. Die häufigsten diesbezüglichen Fälle betreffen die Geschäftsführerbezüge und Mietverträge, aber natürlich sind auch Geschäfte mit einem anderen Unternehmen eines Gesellschafters möglich. Achtung: Bei all diesen Gestaltungsvarianten besteht die Gefahr der an anderer Stelle erläuterten verdeckten Gewinnausschüttung!

Einen weiten und vielschichtigen Bereich stellt auch die Gestaltung der Geschäftsführerbezüge dar: In Abhängigkeit des Ausmaßes der Beteiligung des Geschäftsführers sowie der Gestaltung der übrigen Teile des Geschäftsführervertrages können die Bezüge in Form eines Gehaltes oder in Form eines Honorars, mit oder ohne Umsatz - und/oder Gewinnbeteiligung ausbezahlt werden. Aufgrund des Lohnsteuervorteiles wäre vordergründig sicher die Variante "Gehaltsbezüge" zu empfehlen. Aber wie sieht es andererseits mit den Nebenspesen (insbesondere Dienstgeberbeitrag und Kommunalsteuer) aus? Bei mehrheitsbeteiligten Geschäftsführern liegt diese Causa gerade beim Höchstgericht.

In diesem Zusammenhang muss auch unbedingt die an anderer Stelle ausgeführte Frage der Sozialversicherung der Geschäftsführer behandelt werden.

Weiters müssen diesbezüglich auch die Fragen eines allfälligen Abfertigungsanspruches sowie der Pensionsvorsorge, insbesondere des Gesellschafter-Geschäftsführers, in diesem Zusammenhang überlegt und geklärt werden.

Der Vollständigkeit halber erwähnt seien noch die bei der GmbH wesentlich leichter handhabbaren Nachfolgefragen und Gesellschafterwechsel, welche z. B. bei Personengesellschaften, aber auch bei Einzelunternehmen nicht nur, aber oft auch zu steuerlichen Problemen führen. Hingegen ist die laufende "Handhabung" einer GmbH wesentlich aufwendiger als z. B. einer Personengesellschaft: Umfang und Art der gesetzlichen Vorschriften, Buchführung und Jahresabschluss samt Veröffentlichung, zahlreiche Formvorschriften (Notariatsakte).

Auch auf die an anderer Stelle behandelten gewerberechtlichen Vorschriften muss hier nochmals darauf hingewiesen werden. Entscheidend für die Rechtsformwahl kann u.a. auch sein, dass mittlerweile auch Personengesellschaften und Einzelunternehmen einen gewerberechtlichen Geschäftsführer (in Form eines mindestens "20 Wochenstunden-Dienstverhältnisses") bestellen können.

Sollten Sie irgendwann zur Überzeugung kommen, dass die Rechtsform der GmbH nicht mehr die optimale für Sie ist, können Sie Ihre GmbH (innerhalb von 9 Monaten nach dem Bilanzstichtag sogar rückwirkend auf diesen) in eine Personengesellschaft oder Einzelfirma umwandeln. Insbesondere ist dabei hervorzuheben, dass

* dies zu Buchwerten, d.h. ohne Aufdeckung der stillen Reserven möglich ist.

* die Verlustvorträge u.U. auf den (die) Gesellschafter übergehen.

* allenfalls bezahlte, aber noch nicht "verbrauchte" (Mindest-)-Köst-VZ auf die künftigen Einkommensteuern der Gesellschafter angerechnet werden können.

Beispiel:



Gewinn einer GmbH 1.000.000

davon 34% Körperschaftsteuer - 340.000

verbleiben somit 660.000

Gesellschafter beschließen Ausschüttung von 660.000

dafür ist 25% Kapitalertragsteuer abzuführen 185.000



verbleibt Gesellschaftern 495.000

Gesamtsteuerbelastung bei Ausschüttung daher 50,5%.

Zum Vergleich: der höchste Einkommensteuersatz ab

Einkommen von 700.000 beträgt 50%

Gesellschaftsvertrag

August 2002 / Auch wenn der Gesellschaftsvertrag von GmbHs durch das GmbH-Gesetz wesentlich stärker reglementiert wird als z.B. die offene Handelsgesellschaft durch das Handelsgesetzbuch, bestehen doch zahlreiche "Wahlmöglichkeiten".

"Standardverträge" stellen nicht immer das Optimum dar! Sie sollte daher unbedingt v o r Gründung einer GmbH (= Abschluss des Gesellschaftsvertrages) Ihren "Rat & Tat"-Berater kontaktieren!

Der Gesellschafter als GF in der GmbH

August 2002 / Die sozialversicherungsrechtliche und steuerliche Behandlung des Gesellschafter-Geschäftsführers
“Es ist halt alles sehr kompliziert” - dieser geseufzte Satz eines Altbundeskanzlers trifft auf diese Thematik wirklich zu.

Die sozialversicherungsrechtliche und steuerliche Behandlung des Gesellschafter-Geschäftsführers
“Es ist halt alles sehr kompliziert” - dieser geseufzte Satz eines Altbundeskanzlers trifft auf diese Thematik wirklich zu. Gerade aber deswegen bieten sich Gestaltungsmöglichkeiten, die es wert sind, sich damit auseinander zu setzen. Die verschiedenen Rechtsgebiete wie Sozialversiche-rungs- und Steuerrecht gehen dabei oft getrennte Wege.

Beteiligung bis 25%

Wenn ein Geschäftsführer bis max. 25% am Stammkapital der Gesellschaft beteiligt ist, wird in aller Regel ein echtes Dienstverhältnis vorliegen. Der Geschäftsführer hat keinen beherrschenden Einfluss auf die Gesellschaft und ist der Generalversammlung gegenüber weisungsgebunden. Ein Dienstvertrag, der Details des Dienstverhältnisses regelt, ist dringend anzuraten. Dieser Geschäftsführer unterliegt der Versicherungspflicht nach ASVG (Allgemeines Sozialversicherungsgesetz). Seine Bezüge sind die eines Dienstnehmers, dh. Lohnsteuerabzug, 13. und 14. Bezug mit festen Sätzen besteuert, Urlaubs- und Abfertigungsanspruch wie Dienstnehmer.

Beteiligung zwischen 26% und 49%

Steuerrechtlich dürfen Geschäftsführerbezüge ab einer Beteiligung von 26% nicht mehr wie die eines Dienstnehmers behandelt werden. Der Geschäftsführer unterliegt der Einkommensteuer wie ein Unternehmer. Bekommt er seinen Bezug 14 mal im Jahr ausbezahlt, kann er die begünstigte Besteuerung des 13. und 14. Bezugs trotzdem nicht in Anspruch nehmen.

Sozialversicherungsrechtlich besteht nach wie vor die Möglichkeit, ASVG-versichert zu sein, hat doch der Geschäftsführer noch immer keinen beherrschenden Einfluss auf die Gesellschaft bzw. auf die Beschlussfassung in der Generalversammlung.

Bei der Beurteilung, ob tatsächlich ein Dienstvertrag vorliegt, ist allerdings stets auf die Umstände des Einzelfalles einzugehen. Die Umstände werden von der zuständigen Gebietskrankenkasse (auch bei Beteiligungen unter 25%) streng geprüft.

Aber auch sonst müssen die Merkmale eines Dienstverhältnisses nicht nur vertraglich, sondern auch im faktischen Vollzug erfüllt sein.

Unter gewissen Umständen kann auch ein freier Dienstvertrag (ASVG-pflichtig) oder ein Werkvertrag (GSVG-pflichtig) vorliegen.

Beteiligung über 50%
Ist der zum Geschäftsführer bestellte Gesellschafter mit mindestens 50% an der Gesellschaft beteiligt, ist die Dienstnehmereigenschaft ausgeschlossen, da er aufgrund seines Stimmrechts einen wesentlichen Einfluss auf die Willensbildung der Gesellschaft hat. Sozialversicherungsrechtlich ist er bei der GSVG (Gewerbliches Sozialversicherungsrecht) pflichtversichert, sofern die Gesellschaft Mitglied der Kammer der gewerblichen Wirtschaft ist (also einen Gewerbeschein besitzt).

Seine Bezüge unterliegen der Einkommensteuer. Bei der Ermittlung der Einkommensteuerbemessungsgrundlage können entweder die tatsächlich angefallenen Betriebsausgaben oder das diesbezügliche 6%ige Pauschale abgesetzt werden. Ab 98 können neben dem Pauschale zusätzlich auch die GSVG-Beiträge abgezogen werden.

Hat die GmbH keinen Gewerbeschein, sei es weil sie gegen die Gewerbeordnung verstößt, es für ihre Tätigkeit keinen Gewerbeschein gibt, oder als KomplementärgmbH die KG den Gewerbeschein hält, ist der Geschäftsführer im Falle der Entgeltlichkeit und bei Überschreiten der Geringfügigkeitsgrenzen ab 1998 trotzdem pflichtversichert, und zwar entweder als “Neuer Selbständiger” oder als freier Dienstnehmer.

Ein kostspieliger Nebenschauplatz ist der seit Jahren schwelende Streit um die Kommunalsteuer-, DB-, und DZ-Pflicht (immerhin zusammen 8,03%) der Geschäftsführerbezüge. Amtlicherseits besteht man sogar bei einer 100%igen Beteiligung darauf, was aber nach Literaturmeinung aus dem Gesetz nicht abgeleitet werden kann. Klarheit wird wohl erst ein endgültiges Verwaltungsgerichtshoferkenntnis bringen können.

Abschließend sei darauf hingewiesen, dass vorstehende Ausführungen nur eine grobe Vorabinformation sind, und keinesfalls ein individuelles Beratungsgespräch ersetzen können. Aufgrund der Komplexheit der Materie muss jeder einzelne Fall für sich überlegt werden.

Gewerberecht

August 2002 / Für den gewerberechtlichen Geschäftsführer bestehen zwei Möglichkeiten. Er muss entweder gleichzeitig auch handelsrechtlicher Geschäftsführer sein oder ein mindestens zur Hälfte der wöchentlichen Normalarbeitszeit Beschäftigter, nach den Bestimmungen des Sozialversicherungsrechtes voll versicherter, Arbeitnehmer.

Verdeckte Gewinnausschüttung

August 2002 / Was ist das nun wieder? Eine Gewinnausschüttung hinter vorgehaltener Hand oder bei Nacht und Nebel? Theoretisch erklärt

- eine Vorteilszuwendung die ihre Ursache im Gesellschaftsverhältnis hat. Wie so oft ist aber der Sachverhalt mit Beispielen leichter erörtert als mit vielen Worten. Die häufigsten Fälle von verdeckten Gewinnausschüttungen in der Praxis sind:

* Unverhältnismäßig hohe Geschäftsführerbezüge

* Überhöhter Aufwandsersatz

* „Entnahmen“ aus der Gesellschaft

* Verkauf von Waren oder Dienstleistungen an Gesellschafter zu unangemessen niedrigem Entgelt

* Gewinne aus Schwarzgeschäften der Gesellschaft

* Unangemessene Verrechnungspreise mit anderen Unternehmen von Gesellschaftern u.v.m.

Welche steuerlichen Konsequenzen hat so eine verdeckte Ausschüttung? Wieder soll ein Beispiel zur Erklärung dienen. Nehmen wir an, eine GmbH verkauft einem ihrer Gesellschafter einen gebrauchten PKW um 100.000,- ATS, der aber nach Eurotaxliste 300.000,- ATS wert ist. In Höhe der Differenz von 200.000,- ATS entdeckt also der Betriebsprüfer der Gesellschaft eine verdeckte Gewinnausschüttung. Steuerlich hat das zur Folge, dass 68.000- ATS an Körperschaftsteuer (34% von 200.000,- ATS) und 50.000,- ATS an Kapitalertragsteuer (25% von 200.000,- ATS) vorgeschrieben wird.

Häufig muss man leider auch damit rechnen, dass verdeckte Gewinnausschüttungen zur Einleitung eines Finanzstrafverfahrens führen.

Nicht immer lässt sich die Höhe der verdeckten Gewinnausschüttung so eindeutig feststellen, wie bei unserem obigen Beispiel. Ein Dauerbrenner an Zündstoff zwischen Fiskus und GmbH stellt die Frage der Angemessenheit des Geschäftsführerbezuges dar. Für die Angemessen-heitsprüfung kommt einmal der innere Betriebsvergleich in Frage. Verdient der Geschäftsführer nur unwesentlich mehr als ein gesellschaftsfremder Angestellter in leitender Position, ist die Gefahr wohl gebannt. Im äußeren Betriebsvergleich vergleicht man die Bezüge von Fremdge-schäftsführern, die eine vergleichbare Tätigkeit des Gesellschaftergeschäftsführers ausüben. Dabei ist auf Unternehmensgröße und -erfolg, zeitlichen Arbeitseinsatz, Ausbildung, etc zu achten. Nicht immer werden geeignete Daten zur Information zur Verfügung stehen. Zahlreiche Zeitschriften führen jedoch immer wieder Gehaltsvergleiche durch, die analog zur Hilfe herangezogen werden können. Auch bei steuerlichen Fragen hilft Kreativität.